Feigwarzen beim Mann

So erkennen Sie Feigwarzen beim Mann

Letzte Aktualisierung: 12 Jun 2019

Ein Mann informiert sich unterwegs, wie Feigwarzen bei einem Mann zu behandeln sind.
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Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) kann Männer und Frauen betreffen. Bei Frauen kann sie zu Gebärmutterhalskrebs führen. Die Impfung gegen einige Stämme dieser Viren wird deshalb seit 2014 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Mädchen im Alter von neun bis vierzehn Jahren empfohlen, 2018 ist sie auch für Jungen ab dem 9. Lebensjahr in die Impfempfehlung aufgenommen worden. Auch bei Männer kann eine Infektion mit HPV verschiedene Krankheiten verursachen. Sehr verbreitet sind hierbei Feigwarzen beim Mann, die auch durch HPV ausgelöst werden.

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Was kennzeichnet Feigwarzen beim Mann?

Feigwarzen, in der Fachsprache auch Condyloma acuminata oder spitze Kondylome genannt, sind Hautwucherungen, die als kleine weißliche, rötliche oder bräunliche Knoten auffallen. Beim Mann treten sie vorwiegend an der Vorhaut, am Penisschaft oder im Analbereich auf. In seltenen Fällen können sie sich aber auch in der Harnröhre, im Analkanal oder im Enddarm entwickeln. Feigwarzen zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (sexually transmitted disease, STD) und werden durch eine Infektion mit den humanen Papillomaviren verursacht. Diese können beim Geschlechtsverkehr durch kleine Verletzungen in die Haut eindringen.

Die humanen Papillomaviren teilt man in verschiedene Gruppen ein, da nicht alle mit dem gleichen Krankheitsrisiko verbunden sind. Mediziner unterscheiden hierbei zwischen Low-Risk- und High-Risk-HPV. Feigwarzen beim Mann werden meist durch die HPV-Typen HPV 6 und HPV 11 verursacht, die zu den Low-Risk-Papillomaviren zählen und zum aktuellen Stand der Forschung, kein Potential haben, bösartig zu wuchern und Krebs zu verursachen.

Wie häufig sind Feigwarzen und wie fallen sie bei Männern auf?

Feigwarzen zählen, neben dem Genitalherpes und Chlamydien, zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten bei Männern. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass etwa ein Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung zwischen 15 und 45 Jahren von Feigwarzen betroffen ist. Da kleine Feigwarzen häufig nicht erkannt werden, kann die Dunkelziffer deutlich höher sein.

Oft fallen die Warzen durch ihre geringe Größe nicht sofort auf. Erste Symptome können Juckreiz, oder geringe Blutungen - z.B. als rote Spuren auf dem Toilettenpapier - sein. Bei Männern befinden sich die Feigwarzen häufig am Penisschaft. Man vermutet, dass sich die Feigwarzen bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen von selbst zurückbilden, bevor sie auffallen.

Wie gefährlich sind Feigwarzen?

In der überwiegenden Zahl der Fälle sind Feigwarzen ungefährlich. Sie werden jedoch von den meisten Betroffenen als sehr unangenehm empfunden. Ihr Auftreten kann zu Unsicherheit führen und die Lust an sexueller Aktivität mindern. Fallen Feigwarzen auf und heile sich nicht von selbst ab, sollte eine Behandlung eingeleitet werden. Bleiben Kondylome lange unbehandelt, kann in sehr seltenen Fällen auch bei Männern ein erhöhtes Risiko für Krebs die Folge sein. Da eine Infektion mit humanen Papillomaviren bei Frauen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöht, sollte - wenn beim Mann Feigwarzen auftreten - ebenfalls die Frau auf mögliche Feigwarzen untersucht werden, auch wenn es sich als Auslöser meist um Low-Risk-HPV handelt.

Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung?

Da Feigwarzen durch direkten Hautkontakt übertragen werden, ist das Risiko einer Ansteckung bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr erhöht. Auch häufig wechselnde Sexualpartner erhöhen das Risiko, sich mit HPV zu infizieren und Feigwarzen zu entwickeln.

Ein Kondom bietet den besten Schutz vor direktem Kontakt mit den Warzen. Es hilft allerdings nur, wenn sich die Warzen auch direkt an Penis oder Vagina befinden und das Kondom die betroffenen Stellen vollständig überdeckt.

Eine Übertragung findet nicht nur durch Geschlechtsverkehr statt. Auch ein gemeinsames Bad oder das gemeinsame Benutzen von Handtüchern mit von Feigwarzen betroffenen Personen können zu einer Infektion mit humanen Papillomaviren führen.

Entwickelt jeder Mann nach Kontakt mit dem Virus Feigwarzen?

Nicht jeder, der mit HPV in Kontakt kommt und sich infiziert, entwickelt automatisch Feigwarzen. Individuelle Faktoren, wie das eigene Immunsystem, spielen eine wichtige Rolle bei der Ausbildung der Krankheit. So können regelmäßige sportliche Betätigung, eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf das Abwehrsystem stärken und bei der Vorbeugung einer Erkrankung helfen. Nach einer Ansteckung entwickeln sich die Feigwarzen in einem Zeitraum von drei Wochen bis zu einem Jahr, sie können aber auch ganz ausbleiben.

Sollten sich Männer gegen Feigwarzen impfen lassen?

Eine HPV-Impfung für Männer ist in Deutschland in Form verschiedener Impfstoffe, die sich gegen bestimmte Untergruppen der Viren richten, verfügbar. Allerdings wird sie von der Ständigen Impfkommission nicht offiziell empfohlen und damit nicht von den Krankenkassen bezahlt. Auch für bestimmte Risikogruppen, z.B. Männer mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, kann eine Impfung gegen HPV durchaus sinnvoll sein, da Feigwarzen mit einem erhöhten Krebsrisiko bei Männern verbunden sein können. Auch gibt es Hinweise, dass eine HPV-Impfung von Männern Frauen vor Gebärmutterhalskrebs schützen kann.

Was sollte man tun, wenn man Feigwarzen entdeckt?

Sind Männer von Feigwarzen betroffen, besteht die Möglichkeit in der Fotosprechstunde von Zava von einem Arzt eine Diagnose stellen zu lassen. Die Therapie der Warzen richtet sich nach Größe und Ausbreitung. In vielen Fällen lassen sich die Feigwarzen bei Männern mit der Hilfe von antiviralen Cremes wie Wartec (Wirkstoff Podophyllotoxin) oder Aldara (Wirkstoff Imiquimod) behandeln. Wichtig ist, dass sich auch der Partner untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt, um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden. Ein Wiederauftreten der Warzen kommt leider auch nach erfolgreicher Behandlung häufig vor.

Treten die Feigwarzen wiederholt auf und breiten sich auf ein größeres Gebiet aus, kann es nötig sein, sie mithilfe einer Lasertherapie, Elektro- oder Kältetherapie abzutragen.

Hat sich der Verdacht auf Feigwarzen bestätigt, sollte eine Untersuchung auf andere sexuell übertragbare Krankheiten erwogen werden.

Was muss ich nach der Behandlung der Feigwarzen beachten?

Sind die Warzen erfolgreich behandelt, sind sie in der Regel ungefährlich und bilden sich zurück. Hat man sich jedoch einmal mit humanen Papillomaviren infiziert und Feigwarzen entwickelt, steigt das Risiko eines erneuten Krankheitsausbruchs. In etwa 30 Prozent der Fälle treten erfolgreich behandelte Feigwarzen wieder auf.

Feigwarzen können für den Betroffenen sehr unangenehm sein. Doch sie sind gut behandelbar und müssen kein Grund sein, die Lust am Geschlechtsverkehr zu verlieren.

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Dr. Friederike Ebigbo ist Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Derzeit arbeitet sie an einer Frauenklinik in der Schweiz. Sie schloss 2011 das Medizinstudium an der Technischen Universität München ab.

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Letzte Aktualisierung: 12 Jun 2019



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