Diabetes mellitus

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 19 Jun 2020

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Am häufigsten sind Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes. Es gibt auch relativ seltene Sonderformen. Diese haben andere Ursachen, beispielsweise genetische Defekte, Infektionen, eine Behandlung mit Medikamenten, Alkoholmissbrauch, Stoffwechselstörungen oder chronische Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse.

Inhalt
diabetes

Die chronische Störung des Zuckerstoffwechsels tritt, je nach Diabetes-Typ, in unterschiedlichen Lebensphasen auf. In der Entstehung spielt Insulin eine entscheidende Rolle. Insulin ist ein Hormon aus der Bauchspeicheldrüse, das unseren Blutzuckerspiegel reguliert. Es wird beim Diabetes entweder zu wenig produziert (Typ 1) oder kann an seinen Zielzellen nicht mehr ausreichend wirken (Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes).

Woher kommt der Begriff?

Diabetes war schon im Altertum bekannt. Der Begriff kommt aus dem altgriechischen und bedeutet „durchfließen“. Im herkömmlichen Sprachgebrauch sprechen wir meist nur von Diabetes, obwohl es noch eine weitere Form, nämlich Diabetes insipidus, gibt. Beide Erkrankungen äußern sich unter anderem über eine veränderte Zusammensetzung des Urins. Für die Zuckerstoffwechselkrankheit Diabetes mellitus entstand die Bezeichnung aufgrund einer übermäßigen Ausscheidung von Zucker im Urin. Der Zusatz Mellitus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „honigsüß“, wegen des leicht süßlichen Geschmacks des Urins. Im Gegensatz dazu bedeutet insipidus „ohne Geschmack“ – denn typisch für die seltene Erkrankung Diabetes insipidus ist der wässrige Urin.

Typen von Diabetes

Diabetes wird in Subtypen unterteilt, die unterschiedlich entstehen und behandelt werden. Die wichtigsten Unterformen sind:

Typ 1 Diabetes

typ 2 diabetes

Diese Form des Diabetes wird auch als Jugenddiabetes bezeichnet. Das kommt daher, dass er häufig bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird. Die Typ 1 Diabetes kann allerdings auch bei Erwachsenen auftreten.

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Typ 2 Diabetes

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Wird auch Altersdiabetes genannt, weil er in erster Linie eine Erkrankung älterer Menschen ist. Mittlerweile führen aber Risikofaktoren wie starkes Übergewicht und Bewegungsmangel dazu, dass auch jüngere Menschen an Diabetes Typ 2 erkranken.

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Schwangerschaftsdiabetes

schwangerschaftsdiabetes

Diese Form des Diabetes kann im 2. oder letzten Drittel der Schwangerschaft auftreten. Bei den meisten Frauen normalisiert sich der Zuckerstoffwechsel nach der Entbindung wieder. Er kann aber auch zu Komplikationen während der Schwangerschaft führen.

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Häufigkeit

Diabetes mellitus wird in westlichen Ländern immer häufiger diagnostiziert. Das liegt zum einen daran, dass die Typ 2 Diabetes häufig aufgrund von Übergewicht entsteht. In Deutschland wird geschätzt, dass etwa acht Prozent der Bevölkerung an Diabetes erkrankt sind, mehr als 90 Prozent der Patienten sind Typ 2 Diabetiker.

Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Typ 1 Diabetiker stetig. In den letzten Jahren wurde in vielen europäischen Ländern über erhöhte Erkrankungsraten und deren Ursachen diskutiert. Die Gründe sind vielschichtig und aktuell Gegenstand der Forschung.

Insulin und Blutzuckerspiegel

Insulin wird in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert. Die Zellen erkennen zum Beispiel nach dem Essen einen erhöhten Zuckergehalt im Blut und schütten Insulin aus. Insulin dient vor allem dazu, Traubenzucker (Glukose) aus dem Blut in das Innere unserer Zellen zu schleusen. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel im Blut und die Zellen werden mit lebenswichtiger Energie versorgt.

Beim Typ 1 Diabetes ist die Ausschüttung von Insulin gestört. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel nur noch in sehr geringem Maß und nur äußerst langsam absinken. Beim Typ 2 Diabetes entsteht eine Insulinresistenz. Das heißt, es wird zwar noch Insulin produziert, aber es ist an seinen Rezeptoren nicht mehr ausreichend wirksam. Dadurch nehmen die Zellen weniger Zucker aus dem Blut auf, und der Blutzuckerspiegel steigt. Ähnliches gilt auch für den Schwangerschaftsdiabetes.

Muss jeder Diabetiker Insulin spritzen?

Insulin wird in der Regel vom Patienten selbst in die Bauchdecke gespritzt. Von dort verteilt es sich im Körper und sorgt für einen normalen Zuckerstoffwechsel. Allerdings muss sich nicht jeder Diabetiker Insulin spritzen. Die Behandlung ist abhängig vom Diabetes-Typ und nicht immer gleichzusetzen mit regelmäßigen Insulingaben.

Beim Typ 1 Diabetes ist die Insulingabe der wichtigste Bestandteil der Therapie, da von der Bauchspeicheldrüse kein oder nur zu wenig Insulin produziert werden kann.

Beim Typ 2 Diabetes sind Gewichtsreduktion, adäquate Ernährung und Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Erst später kommen sogenannte Antidiabetika in Form von Tabletten oder eventuell Insulingaben zum Einsatz. Schwangerschaftsdiabetes wird zunächst auch mit einer Ernährungsumstellung behandelt. Reicht das nicht aus, wird Insulin verordnet.

Folgen von Diabetes

Ist der Blutzucker bei Diabetes-Patienten nicht richtig eingestellt, kann das unterschiedliche, teilweise schwerwiegende Folgen haben.

Zum einen kann ein sehr niedriger Blutzuckerspiegel nach zu hohen Insulingaben zu einem sogenannten hypoglykämischen Koma führen. Bei einem Zuckermangel im Blut, können die Zellen vor allem im Gehirn nicht mehr richtig arbeiten und es kommt zu einem Bewusstseinsverlust.

Auch ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist langfristig für den Organismus problematisch. Beim Gesunden steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen zwar auch an, was aber durch die Insulinausschüttung des Körpers sehr schnell reguliert wird. Bei Diabetikern funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr ausreichend. Gerade Typ 2 Diabetiker werden oft erst zufällig nach etlichen Jahren mit zu hohem Blutzuckerspiegel diagnostiziert. Erhöhte Blutzuckerwerte können im Verlauf zu Schäden an den Blutgefäßen, Nerven und anderen Strukturen führen.

Ernährung bei Diabetes

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Diabetes bei Kindern

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Diabetes mellitus ist bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland die häufigste Stoffwechselerkrankung. Die meisten leiden an Typ 1 Diabetes, doch entwickeln immer mehr übergewichtige Kinder und Jugendliche auch Typ 2 Diabetes. Erfahren Sie hier unter anderem alles Wichtige zu Symptomen, Behandlung und der richtigen Ernährung. Außerdem erklären wir, was beim Sport zu beachten ist.

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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Artikel erschienen: 19 Jun 2020

Letzte Änderung: 19 Jun 2020

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