Desloratadin

Medikament gegen Heuschnupfen

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Medizinisch geprüft von: Dr. Maike Michel

Letzte Änderung: 30 Aug 2019

Der Heuschnupfen des jungen Mädchens, der durch eine Blume in ihren Händen ausgelöst wurde, kann durch Desloratadin gelindert werden.
Inhalt

Desloratadin ist ein verschreibungspflichtiges Antihistaminikum, das hauptsächlich zur Linderung von Heuschnupfen Symptomen eingesetzt wird. Es lindert insbesondere Juckreiz in den Augen, Nase, Ohren oder Gaumen. Zudem werden Naselaufen und Niesanfälle vermindert. Desloratadin ist als Lösung und Film- oder Schmelztablette erhältlich. Außerdem wird Desloratadin gegen andere Formen der allergischen Entzündung der Nasenschleimhaut (allergische Rhinitis) eingesetzt und hilft beispielsweise gegen Hausstauballergie oder Tierhaarallergie. Desloratadin lindert auch Symptome der Urtikaria. Urtikaria ist eine allergische Hauterkrankung mit Juckreiz und Nesselausschlag.

Die Ärzte von Zava können bei bereits diagnostizierter allergischer Rhinitis ein Rezept für ein Heuschnupfenmedikament ausstellen.

Wie wirkt Desloratadin?

Als Antihistaminikum hilft Desloratadin gegen die Symptome einer allergischen Reaktion. Der körpereigene Stoff Histamin spielt bei dem Ablauf einer allergischen Reaktion eine große Rolle. Histamin verursacht allergische Symptome, indem es an die Histamin-1-Rezeptoren (H1-Rezeptoren) bindet. Zu den Histamin-vermittelten allergischen Symptomen gehören Hautrötung, Juckreiz, niedriger Blutdruck und eine Verengung der Bronchien (Bronchokonstriktion).

Wird Desloratadin eingenommen, bindet es an diese Rezeptoren und Histamin kann seine allergiefördernde Wirkung nicht mehr entfalten. Durch Desloratadin werden bestimmte entzündungsfördernde Stoffe weniger ausgeschüttet. Hierdurch sind insbesondere die antiallergischen Eigenschaften von Desloratadin zu erklären. Desloratadin hat eine Halbwertzeit von etwa 27 Stunden, wodurch es lange wirkt.

In welchen Medikamenten ist Desloratadin enthalten?

Desloratadin ist die aktive Wirkform des älteren Antihistaminikums Loratadin. Loratadin wird in der Leber zu Desloratadin umgebaut. Nach dem Ablauf des Patents für Loratadin hat der Pharmakonzern Essex Pharma Desloratadin im Jahr 2002 auf den Markt gebracht. Levocetirizin ist ebenfalls ein Antihistaminikum, jedoch strukturell etwas anders aufgebaut.

Desloratadin ist in Deutschland, der Schweiz und Österreich in dem bekannten verschreibungspflichtigen Medikament Aerius enthalten. Außerdem kann es in Österreich und Deutschland als Dasselta und Aerinaze gekauft werden, wobei Aerinaze ein Kombinationspräparat aus Desloratadin und Pseudoephedrinsulfat ist. Ausschließlich in Österreich ist Desloratadin in den Medikamenten Azomyr und Neoclarityn enthalten. Ebenfalls erhältlich ist Desloraderm als Lösung oder Filmtablette zum Einnehmen.

Welche Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von Desloratadin zu erwarten?

Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Müdigkeit. Diese treten jedoch sehr selten auf. Weitere sehr seltene Nebenwirkungen sind ebenfalls möglich, diese sind in der Packungsbeilage aufgelistet.

Wann sollte Desloratadin nicht eingenommen werden?

Nur nach gründlicher Absprache mit einem Arzt sollte Desloratadin eingenommen werden, wenn eine der folgenden Krankheiten vorliegt:

  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen: wegen einer langsameren Ausscheidung bei Nierenerkrankungen muss die Desloratadin Dosis eventuell vermindert werden

Macht Desloratadin müde?

In der Dosis von fünf Milligramm macht Desloratadin laut kontrollierten klinischen Studien nicht müde. Dass Desloratadin nicht müde macht, ist darauf zurückzuführen, dass es anders als andere Histaminrezeptorblocker nicht die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Somit wirkt Desloratadin überwiegend in der Körperperipherie und verursacht keine Müdigkeit oder Schläfrigkeit im Gehirn. Aus diesem Grund zählt Desloratadin zu den Antihistaminika der zweiten Generation. Diese neueren Antihistaminika werden auch als nicht-sedierende Antihistaminika bezeichnet. Desloratadin unterscheidet sich somit von den älteren Antihistaminika wie Clemastin (Tavegil) oder Dimetinden (Fenistil), die stark müde machen können. Die älteren Antihistaminika haben durch ihre Wirkung auf das Gehirn (zentrale Wirkung) stärkere Nebenwirkungen (wie Gewichtszunahme und Müdigkeit). Aus diesem Grund schränken ältere Antihistaminika die Fähigkeit ein, Autos, Flugzeuge oder Maschinen zu führen. Desloratadin hingegen gilt als nebenwirkungsarm. Sollte trotzdem das Gefühl bestehen, dass Desloratadin müde macht, kann es bevorzugt abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Muss die Desloratadin Dosis bei langfristiger Einnahme gesteigert werden?

Nach heutigem Kenntnisstand macht Desloratadin weder süchtig noch treten Gewöhnungseffekte ein, wenn der Wirkstoff langfristig eingenommen wird.

Was kann man tun, wenn die Behandlung mit Desloratadin nicht ausreichend wirkt?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Desloratadin nicht ausreichend wirkt. Möglicherweise muss ein zweites Medikament, wie z.B. ein glucocorticoidhaltiges Nasenspray wie Nasonex angewendet werden. Nasensprays versprechen insbesondere gute Linderung, wenn die Nase durch die Allergie verstopft ist und so das Atmen erschwert.

Darf Desloratadin während der Schwangerschaft angewendet werden?

Nein. Es gibt keine kontrollierten Studien bei Menschen zur Sicherheit der Anwendung von Desloratadin während der Schwangerschaft. In Tierstudien konnte keine schädigende Wirkung auf den Nachwuchs festgestellt werden. Auch erste Beobachtungsstudien in Schweden konnten keine negativen Effekte auf das Kind durch Antihistaminika der zweiten Generation feststellen. Dies schließt jedoch ein Sicherheitsrisiko bei schwangeren Menschen nicht aus.

Darf Desloratadin in der Stillzeit eingenommen werden?

Nein. Auch die Wirkung von Desloratadin auf das gestillte Kind ist nicht ausreichend untersucht. Da Desloratadin in die Muttermilch übergeht, sollten die Tabletten deshalb während der Stillzeit abgesetzt werden.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Maike Michel Medizinische Autorin

Maike Michel unterstützt das Ärzteteam von Zava bei der medizinischen Textprüfung. Sie studierte Medizin an den Universitäten in Münster und Freiburg. Seit 2016 arbeitet sie als Assistenzärztin in einer psychiatrischen Klinik in Deutschland.

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Letzte Änderung: 30 Aug 2019

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