Chlamydien beim Mann

Dr. Emily Wimmer

Medizinisch geprüft von

Dr. Emily Wimmer

Letzte Änderung: 21 Feb 2019

Chlamydien gehören bei Männern zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten – Sie stehen in einer Reihe mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhoe (Tripper), HPV oder auch Trichomonaden. Vor allem bei Männern unter 25 Jahren sind Chlamydien eine der häufigsten Erkrankungen des Genitalbereiches. Die Haupterreger der Infektion sind Bakterien vom Typ Chlamydia trachomatis. Chlamydien können sehr gut behandelt werden. Unbehandelt können sie bei Männern unangenehmes Brennen und Ausfluss verursachen und schlimmstenfalls Unfruchtbarkeit hervorrufen.

Inhalt

Wie stecken sich Männer mit Chlamydien an?

Chlamydien werden insbesondere beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, wenn der Sexualpartner bereits infiziert ist. Die Übertragung von Körperflüssigkeiten oder der Kontakt mit infizierten Schleimhäuten, kann zu einer Weitergabe der Krankheit führen. Bei etwa der Hälfte aller Männer verläuft die Infektion mit Chlamydien symptomlos. Das heißt, dass die Chlamydien keine Symptome bei den Männern hervorrufen, obwohl die Erreger im Körper sind und behandelt werden müssen.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Kontakt bis zum Auftreten von Symptomen, beträgt bei einer Erstinfektion zwischen 1 und 3 Wochen. Chlamydien können auf verschiedenen Wegen übertragen werden:

  • Kontakt mit infizierten Schleimhäuten
  • Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten

Vor allem der direkte Kontakt mit infizierten Schleimhäuten wie die der Harnröhre, der Scheide oder des Rektums, stellt ein hohes Risiko dar. Chlamydien können außerdem durch infektiöse Körperflüssigkeiten wie Urin, Sperma oder Vaginalsekret übertragen werden. Auch durch Oralverkehr können Chlamydien durch Kontakt der Mundschleimhaut übertragen werden. Zu den Hauptübertragungswegen zählen damit:

  • ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr
  • gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom
  • Oralverkehr

Chlamydien werden nahezu ausschließlich über den Geschlechtsverkehr übertragen. Einzig das Phänomen der Schwimmbadkonjunktivitis sticht heraus: Darunter versteht man eine Übertragung der im Schwimmbadwasser angesiedelten Chlamydien in das Auge. Trotz der Seltenheit dieser Übertragungsform können somit auch Bindehautinfektionen durch Chlamydia trachomatis nicht ausgeschlossen werden.

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Welche Symptome rufen Chlamydien bei Männern hervor?

Männer äußern bei einer Chlamydieninfektion häufig folgende Symptome:

  • Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen
  • Weißer oder wässriger Ausfluss aus der Harnröhre

Treten die Symptome bei einem asymptomatischen Krankheitsverlauf nicht auf, sollte trotzdem bei dem Verdacht auf die Krankheit schnellstmöglich ein Arzt kontaktiert werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine Infektion des Sexualpartners bekannt wird. Ansonsten drohen Männern bei einer verschleppten Chlamydieninfektion Spätfolgen wie eine schmerzhafte Prostataentzündung und Unfruchtbarkeit (Infertilität). Aus diesem Grund ist eine richtige Behandlung sehr wichtig.

Was sind akute Symptome einer Chlamydieninfektion beim Mann?

Eine genitale Infektion durch Chlamydien macht sich meistens zuerst beim Wasserlassen bemerkbar. Neben einem Brennen sind häufig auch Druckgefühle in der Harnröhre Anzeichen. Ein weiterer Indikator für Chlamydien beim Mann ist ein wässriger oder eitriger Ausfluss aus dem Penis. Durch die Reizung der Genitalregion können zudem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Erfolgte die Infektion im Enddarm, so sind vor allem Juckreiz, Schmerzen sowie ein schleimig-eitriger Ausfluss typische Symptome. Eine Infektion des Rachenraums hingegen verläuft häufig symptomfrei.

Was sind mögliche Auswirkungen unbehandelter Chlamydien beim Mann?

Werden die Chlamydien nicht behandelt, ist bei einer genitalen Infektion ein Aufsteigen der Erreger durch die Harnröhre in die Prostata und in den Nebenhoden möglich. Die dabei entstehende Entzündung ist äußerst schmerzhaft. Auch Unfruchtbarkeit (Infertilität) des Mannes als Spätfolge einer Prostataentzündung wird in der Forschung diskutiert. Zudem erhöht sich durch eine akute, unbehandelte Chlamydieninfektion das Risiko einer Infektion mit der Immunschwächekrankheit HIV. Auch eine Entzündung der großen Gelenke der unteren Extremität, das heißt, vor allem die Kniegelenke sowie die Sprunggelenke, kann in Folge einer unbehandelten Infektion entstehen. Außerdem sind Entzündungen der Bindehaut und der Iris des Auges möglich. Von Medizinern werden die Spätfolgen einer Chlamydieninfektion beim Mann als sogenanntes Reiter-Syndrom zusammengefasst. Dieses zeichnet sich durch folgende drei Symptome aus

  • Gelenkentzündung (Reaktive Arthritis)
  • Harnröhrenentzündung (Urethritis)
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Auf Englisch gibt es zu den Symptomen einer Chlamydieninfektion den lustig klingenden Merkspruch: „Can’t see, can’t pee, can’t climb a tree.“

Wie werden Chlamydien beim Mann behandelt?

Derzeit werden von den Ärzten von ZAVA zwei verschiedene Antibiotika gegen Chlamydien verschrieben, die die Bakterien wirksam abtöten. Eine derartige Antibiotikatherapie ist sehr unkompliziert und verspricht eine hohe Wahrscheinlichkeit auf eine schnelle Heilung. Diese beiden Antibiotika sind:

Doxycyclin ist ein Präparat aus der Gruppe der Tetrazykline und Azithromycin ist ein Makrolid. Beide Antibiotika bekämpfen Chlamydien beim Mann effektiv.

1. Doxycyclin

Wird die Infektion mit Doxycyclin behandelt, so treten nur in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen auf. Eine dieser seltenen Komplikation kann eine Form von Lichtüberempfindlichkeit sein. Von einer Einnahme von Doxycyclin sollte abgesehen werden, wenn Nieren- oder Leberprobleme, Asthma oder eine Allergie gegen Sulfite vorliegt.

2. Azithromycin

Eine Einnahme von Azithromycin sollte hingegen insbesondere bei bekannten Allergien gegen Makrolide oder bei Leberproblemen vermieden werden. Als mögliche Nebenwirkungen einer Azithromycintherapie sind vor allem Übelkeit und Magenschmerzen oder auch Durchfall zu nennen.

Während der Behandlung mit den Antibiotika sollte möglichst auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Zudem spielt auch die Behandlung des Sexualpartners eine große Rolle, damit die Infektion nicht hin und her übertragen wird. Um allgemein das Infektionsrisiko langfristig zu senken, ist die Nutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr eine sehr wichtige Präventionsmaßnahme, insbesondere bei wechselnden Geschlechtspartnern.

Wie sollten sich Männer nach einer Chlamydieninfektion verhalten?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass während der Behandlungszeit und insbesondere in den ersten 7 Tagen streng auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden sollte, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Zudem ist es unerlässlich, aktuelle Sexualpartner auf Chlamydien testen und im Falle eines positiven Ergebnisses ebenfalls behandeln zu lassen. Wird das nicht getan, wird die Infektionskette nicht unterbrochen und eine erneute Infektion ist bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr sehr wahrscheinlich. Im besten Falle verzichtet man während der gesamten Zeit der Behandlung auf Geschlechtsverkehr. Standardmäßig sollte die Therapie auch bei unkomplizierten Infektionen immer so lange wie vom Arzt verschrieben durchgeführt werden, auch wenn die Symptome in vielen Fällen schon früher verschwinden.

Welche Bakterien sind für Chlamydien beim Mann verantwortlich?

Bei den Erregern, die in den meisten Fällen für die typischen Symptome der Chlamydieninfektion verantwortlich sind, handelt es sich um die unbeweglichen Bakterien vom Typ Chlamydia trachomatis aus der Gruppe der Chlamydien. Innerhalb dieser Bakterienart existieren mehrere Subtypen. In Deutschland treten am häufigsten die Stereotypen D bis L auf, die nahezu ausschließlich durch sexuellen Kontakt übertragen werden können. Im Vermehrungszyklus treten die Erreger als sehr kleine, infektiöse Elementarkörperchen auf. Lagern sich diese durch ungeschützten Geschlechtsverkehr in den Schleimhäuten der Harnröhre oder des Enddarms ab, werden sie in die Zellen aufgenommen. In diesen vermehren sie sich innerhalb von 24 bis 36 Stunden so sehr, dass die befallene Zelle platzt. Die freigewordenen Elementarkörperchen befallen nun weitere Zellen des Körpers. Chlamydien vom Typ Chlamydia trachomatis können ausschließlich im Menschen leben.

Wie schützen sich Männer vor Chlamydien?

Den wirkungsvollsten Schutz vor Chlamydieninfektionen bilden Kondome, die bei korrekter Anwendung einen sicheren Schutz gewährleisten. Da Chlamydien allerdings sehr leicht übertragbar sind, sollte man bei den ersten Anzeichen einen Arzt zurate ziehen, um die Weitergabe der Infektion möglichst zu verhindern.

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Dr. Emily Wimmer Ärztin

Dr. Emily Wimmer ist seit 2015 eine unserer deutschen Ärzte bei ZAVA. 2009 schloss sie ihr Studium der Humanmedizin an der Universität zu Lübeck ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien sowie als Assistenzärztin in Hamburg bzw. Prüfärztin am Hamburger Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie. Seit 2020 arbeitet Sie zudem in Teilzeit in der Praxis von Dr. Jürgen Kolbeck in Hamburg.

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