Schnarchen

Dr. Sophia Sydow

Medizinisch geprüft von

Dr. Sophia Sydow

Letzte Änderung: 26 Feb 2021

Wer schnarcht, der schläft häufig unruhig und fühlt sich am Morgen gar nicht richtig erholt – und bereitet dem Partner ein ähnliches Problem. Woran liegt das? Wir gehen dem Schnarchen auf den Grund und erklären, warum manchmal mehr dahinterstecken kann als nur eine verstopfte Nase. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick.

Inhalt
Braunhaariger Mann mit Bart schläft im Bett mit geöffnetem Mund

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Beim weit verbreiteten Schnarchen entstehen im Schlaf krächzende bis sägende Geräusche, die aus dem Nasen-Rachen-Raum kommen.

Symptome: Typisch sind die Schnarch-Geräusche. Darüber hinaus bemerken Betroffene auch einen trockenen Mund und gelegentlich Halsschmerzen. Treten außerdem Kopfschmerzen, deutliche Tagesmüdigkeit und Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, auf, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Ursachen: Schuld können mehrere Faktoren haben. Besonders häufig liegt das Schnarchen an der vollkommenen Entspannung im Schlaf: Dabei sinkt beispielsweise die Zunge zurück in den Rachen und verengt so die Atemwege.

Behandlung: Um gegen Ihr Schnarchen vorzugehen, können Sie verschiedene Maßnahmen mit Ihrem Arzt besprechen – zum Beispiel spezielle Nasenspreizer oder Unterkieferschienen.

Über Schnarchen

Die gute Nachricht vorneweg: Das “einfache” Schnarchen an sich ist gesundheitlich betrachtet in der Regel keine Gefahr für den Betroffenen. Ursachen und Folgen sind zwar vielleicht lästig, ansonsten aber meist nicht weiter bedenklich. Im Vordergrund steht eher die psychische Belastung für den “Schnarcher” und seinen Partner, weil der Nachtschlaf massiv gestört sein kann. Ansonsten müsste das Schnarchen nicht zwangsweise unterdrückt werden.

Dennoch ist es auf jeden Fall sinnvoll, Schnarchen beim Arzt abklären zu lassen. Der Mediziner gibt zum einen wertvolle Tipps, wie Sie die nächtliche Geräuschkulisse in den Griff bekommen und wieder gut schlafen können. Zum anderen gehen Sie durch eine genaue Untersuchung ganz sicher, dass nicht doch anatomische Veränderungen oder möglicherweise eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe (Atemstörung im Schlaf) für das Schnarchen verantwortlich sind. Bei der Schlafapnoe, die nachts Atemaussetzer auslöst, ist eine entsprechende Therapie unabdingbar.

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Symptome bei Schnarchen

Mitunter sind die Geräusche beim Schnarchen so laut, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Hinzu kommen häufig ein trockener Mund (vor allem nachts und morgens) und gelegentlich auch Halsschmerzen.

Bleibt es dabei noch nicht und treten weitere Beschwerden auf, die der Betroffene initial vielleicht gar nicht mit dem Schnarchen in Verbindung bringt, könnte das an einer behandlungsbedürftigen Schlafapnoe liegen. Dafür sprechen zum Beispiel:

  • Sodbrennen
  • Kopfschmerzen
  • ausgeprägte Tagesmüdigkeit, auch bei eigentlich ausreichender Schlafdauer
  • Konzentrationsprobleme
  • Vergesslichkeit
  • häufiges, schreckhaftes Aufwachen im Verlauf der Nacht

Manche Männer, die schnarchen, berichten zudem von Potenzproblemen. Die Partner von Schnarchern bekommen darüber hinaus möglicherweise Atemaussetzer mit. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arztbesuch anstehen – Unterbrechungen bei der Atmung sind ein wichtiger Hinweis auf die Schlafapnoe. Anders als „normales“ Schnarchen kann sie Gesundheitsrisiken mit sich bringen.

Der Betroffene und die Person, die das Bett mit ihm teilt, schlafen in der Regel beide nicht besonders gut. Auf die lauten Geräusche reagiert das Gehirn wie auf andere Geräusche, die Gefahr bedeuten könnten: Es setzt den Aufwachprozess in Gang. Wenn auch nicht jedes Mal ein tatsächliches Aufwachen folgt, verliert der Schlaf doch deutlich an Tiefe. Manchmal bleiben die Tiefschlafphasen ganz aus. Dementsprechend leidet die Schlafqualität massiv.

Das Schnarchen und seine Ursachen

Um gegen Schnarchen richtig vorgehen zu können, muss zuerst seine Ursache geklärt werden. Wo entstehen die leidigen Geräusche genau – in der Nase oder im Rachen? Sind anatomische Besonderheiten verantwortlich oder Faktoren, die sich leichter umgehen lassen?

Infektionen und Allergien

Für vorübergehendes Schnarchen ist meist schnell eine Erklärung gefunden: Eine Erkrankung der oberen Atemwege, zum Beispiel eine Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung, oder eine allergische Reaktion kann dazu führen, dass die Schleimhäute anschwellen. Diese Schwellung behindert die Nasenatmung. Klingt die Infektion ab oder wird die Allergie mit entsprechenden Medikamenten behandelt, lässt normalerweise auch das Schnarchen wieder nach.

Entspannung der Rachen- und Kiefermuskulatur

Im Schlaf veranlasst das Gehirn eine Entspannung aller Muskeln, die wir willkürlich steuern können. So verhindert es, dass Bewegungen im Traum auch in der Realität passieren – fördert leider aber auch das Schnarchen. Gerade beim Schlafen auf dem Rücken kann es dann sein, dass Zunge und Kiefer nach hinten sinken. Die Atemluft, die an diesen Hindernissen vorbeigeschleust wird, bringt die weichen Strukturen zum Vibrieren – “einfaches” Schnarchen ist die Folge.

Anatomische Gegebenheiten

Bestimmte körperliche Besonderheiten können für sich allein genommen Schnarchen verursachen oder zur Entstehung einer Schlafapnoe beitragen. Das sind zum Beispiel:

  • Nasenpolypen
  • verkrümmte Nasenscheidewand
  • verlängertes Rachenzäpfchen, eventuell in Verbindung mit einem verlängerten Gaumensegel
  • große Zunge

Schlafapnoe

Liegt das Schnarchen an einer Schlafapnoe, kann die Muskulatur so sehr erschlaffen, dass die oberen Atemwege nicht nur verengt werden, sondern phasenweise ganz blockiert sind. Dadurch kommt es neben unregelmäßigem Schnarchen sogar zu Unterbrechungen der Atmung von über 10 Sekunden. Das ist nicht nur akut belastend, es kann auch langfristige Folgen nach sich ziehen. Typisch sind beispielsweise Bluthochdruck und eine erhöhte Gefahr für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen.

Weitere Risikofaktoren

Einige weitere Einflüsse können darüber hinaus Schnarchen fördern oder begünstigen:

  • steigendes Lebensalter
  • Alkoholkonsum
  • starkes Übergewicht
  • Rauchen
  • Wechseljahre
  • Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln

Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Neigung zum Schnarchen und zu Schlafapnoe erblich veranlagt sein könnte.

Schnarchen bei Kindern

Im Vergleich zu Erwachsenen kommt Schnarchen bei Kindern eher selten vor. Deswegen sollten Sie es zur Sicherheit vom Arzt abklären lassen. Fällt Ihnen bei Ihrem Kind auf, dass es regelmäßig schnarcht, ist das nämlich sehr wahrscheinlich wegen vergrößerter Gaumen- oder Rachenmandeln der Fall. Durch einen kleinen operativen Eingriff lässt sich beides beheben – die Nasenatmung fällt wieder leichter und damit gehört auch das Schnarchen meist der Vergangenheit an.

Macht der Arzt schon in jungem Lebensalter eine Schlafapnoe ausfindig, ist eine entsprechende Behandlung besonders wichtig. Damit lassen sich Verzögerungen in der Entwicklung und spätere gesundheitliche Risiken aufhalten.

Schnarchen in der Schwangerschaft

Auch Frauen, die bislang noch nie geschnarcht haben, fangen in der Schwangerschaft manchmal damit an. Warum ist das so? Verantwortlich sind häufig die Hormone: Sie können Schwellungen der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum ebenso verursachen wie eine generelle Lockerung der Muskulatur. Beides beeinträchtigt mitunter die Nasenatmung und lässt die Schwangere schnarchen. Das steigende Gewicht tut dann sein Übriges. Aber keine Sorge: Nach der Entbindung verschwindet das Schnarchen oft so schnell wie es gekommen ist.

Wie kann der Arzt helfen?

In den meisten Fällen ist Schnarchen zwar ein unangenehmes Phänomen, aber nicht weiter gesundheitsschädlich. Dennoch gibt es einige Warnzeichen, bei denen Sie aufhorchen und einen Termin beim Arzt vereinbaren sollten. Dann geht es darum, durch eine passende Behandlung mögliche Folgen oder Risiken zu verhindern.

Gehen Sie zum Arzt bei:

  • unregelmäßigem Schnarchen
  • sehr lautem Schnarchen
  • Atemaussetzern, auf die Sie der Partner aufmerksam macht
  • Erstickungsgefühlen, von denen Sie nachts wach werden
  • hohem Blutdruck

Auch wer sich tagsüber ungewöhnlich müde oder schläfrig fühlt, kann das beim Arzt abklären lassen.

Aber ganz wichtig: Selbst wenn neben “einfachem” Schnarchen keine weiteren Beschwerden auftauchen, können Sie das mit verschiedensten Therapiemöglichkeiten angehen – wenden Sie sich an einen Arzt und lassen Sie sich beraten!

Diagnose

Neben einer eingehenden Befragung, gegebenenfalls auch mit speziellen Fragebögen, führt der Hausarzt einige Untersuchungen durch. Bei der körperlichen Untersuchung wirft er einen Blick in Mund, Nase und Kiefer. Darüber hinaus kann er bildgebende Verfahren veranlassen, die eine bessere Einschätzung der anatomischen Gegebenheiten ermöglichen.

Mitunter ist es auch sinnvoll, den Partner zum Termin mitzunehmen. Er kann seine eigenen Beobachtungen beschreiben und dadurch zur richtigen Diagnose beitragen. Sind weitere Untersuchungen nötig, wird Sie Ihr Hausarzt an einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten überweisen. Ergänzend hilft manchmal auch eine zahnärztliche oder kieferorthopädische Behandlung.

Besteht der Verdacht auf Schlafapnoe, bekommen Sie meist ein kleines Messgerät mit nach Hause, das unter anderem Ihr Verhalten im Schlaf sowie Schnarchen, Sauerstoffsättigung im Blut, Herzfrequenz und Atmung aufzeichnet. Sprechen die Ergebnisse dieser sogenannten Polygrafie für eine Schlafapnoe, steht ein Termin im Schlaflabor an.

Bei einer Untersuchung im Schlaflabor verbringt der Betroffene 1-2 Nächte in einem schlafmedizinischen Behandlungszentrum. Dort darf er ganz wie gewohnt schlafen. Mehrere Sensoren ermöglichen dem Schlafmediziner eine engmaschige, detaillierte Überwachung. Von den Gehirnaktivitäten über die Atmung bis hin zum Blutdruck – alle Vitalzeichen werden genauestens überprüft und ausgewertet. Danach steht fest, ob Schlafapnoe vorliegt.

Behandlung von Schnarchen

Was der Arzt genau gegen Schnarchen empfiehlt, hängt davon ab, welche Diagnose er nach seinen Untersuchungen stellt. Grundsätzlich hat er mehrere Möglichkeiten:

  • Hilfsmittel von außen: Ziel ist es, die Atemwege offen zu halten. Dabei können zum Beispiel Nasenklammern oder Bissschienen unterstützen, die den Unterkiefer nach vorn ziehen (sogenannte Unterkiefer-Protrusionsschienen). Liegt eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe vor, kommt eine Überdruckbeatmung zum Einsatz. Dabei trägt der Patient eine Maske, die die Druckverhältnisse so anpasst, dass die Atmung nicht mehr unterbrochen wird.
  • operative Eingriffe: Eine Operation kommt beim Schnarchen nur dann infrage, wenn der Arzt anatomische Veränderungen feststellt und Ihr Leidensdruck so groß ist, dass Sie auf eine chirurgische Behandlung setzen möchten. Nicht bei allen Verfahren ist die Wirksamkeit gegen Schnarchen zweifelsfrei nachgewiesen.

Unbedingt notwendig ist eine ärztliche Behandlung bei der Schlafapnoe.

Dem Schnarchen vorbeugen – aber wie?

Sind Sie ein bekannter „Schnarcher“, können Sie neben einer ärztlichen Behandlung auch versuchen, selbst entgegenzuwirken. Viele Betroffene berichten von Erfolgen durch:

  • Abnehmen: Sollten Sie Übergewicht haben, kann es sinnvoll sein, dagegen vorzugehen. Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich und achten Sie auf regelmäßige Bewegung. Tipps kann hier auch ein Ernährungsberater geben.
  • Schlafhygiene: Bei der sogenannten Schlafhygiene geht es darum, die optimalen Rahmenbedingungen für erholsamen Schlaf zu schaffen. Dazu gehört es, im Idealfall zu den gleichen Zeiten zu schlafen, gut zu lüften und Bildschirme vom Schlafzimmer fernzuhalten.
  • Verzicht auf Alkohol: Da Alkohol, ähnlich wie einige Medikamente, eine zu starke Entspannung der Rachenmuskulatur fördert, verzichten Sie am besten darauf.
  • Erhöhten Schlaf: Wer sich nicht abgewöhnen kann, auf dem Rücken zu schlafen, kann versuchen, die Schlafposition zu erhöhen. Stapeln Sie beispielsweise mehrere Kissen übereinander oder besorgen Sie sich im Sanitätshaus ein keilförmiges Kissen.

Das genügt Ihnen noch nicht? Kein Problem: Weitere Tipps gegen Schnarchen können Sie in diesem Beitrag nachlesen.

Ist Schnarchen gefährlich?

Schnarchen ist nicht generell gesundheitsschädlich. Viele Betroffene (und beispielsweise auch ihre Partner) leiden aber stark unter dem wenig erholsamen Schlaf. Im Fall einer Schlafapnoe, bei der es zu Atemaussetzern kommt, bestehen tatsächlich Gesundheitsrisiken. Deswegen ist hier eine passende Behandlung sehr wichtig.

Was bedeutet das, wenn man schnarcht?

Schnarchen tritt in der Regel dann auf, wenn die oberen Atemwege verengt sind. Dafür kann es unterschiedliche Ursachen geben. Typisch sind bei Kindern anatomische Faktoren (zum Beispiel vergrößerte Mandeln). Bei Erwachsenen ist häufig ein Erschlaffen der Muskulatur im Rachenbereich die Ursache, das dortige Strukturen in Vibrationen versetzt.

Warum schnarcht eine Frau?

Frauen scheinen insbesondere in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren Schnarchen zu entwickeln. Der veränderte Hormonhaushalt hat hier neben vielen anderen Auswirkungen auch einen Effekt auf die Rachenmuskulatur: Zunge, Kiefer und Co. sinken leichter nach hinten und verengen die Atemwege, weil die Muskelspannung mit sinkendem Hormonspiegel abnehmen kann.

Wie kann man es verhindern, zu schnarchen?

Wer sein Schnarchen angehen möchte, vereinbart am besten einen Termin beim Arzt. Ist die Ursache gefunden, ermöglicht das eine darauf maßgeschneiderte Therapie. Neben verschiedensten Hilfsmitteln kommen seltener auch operative Eingriffe infrage.

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Dr. Sophia Sydow Medizinische Autorin

Dr. Sophia Sydow unterstützt das ZAVA Team freiberuflich bei der medizinischen Texterstellung und -prüfung. Dr. Sydow absolvierte ihr Studium der Humanmedizin an der Universität Hamburg und arbeitet zur Zeit als Assistenzärztin in der Sektion Pneumologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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