Mounjaro®: Was steckt hinter der Goldenen Dosis?

Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA , Foto rund

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 04 Feb. 2026

Viele Mounjaro® Anwender fragen sich, warum nach der letzten Injektion noch Flüssigkeit im Pen übrig bleibt – oft „Goldene Dosis” genannt. Der Begriff taucht immer wieder in sozialen Medien auf und sorgt dort für Unsicherheit bei der Anwendung. Was dahintersteckt und warum Sie keine „Goldene Dosis” spritzen sollten, erfahren Sie hier.

Inhalt
 

Was ist die Goldene Dosis bei Mounjaro®?

Die „Goldene Dosis” oder die „5. Dosis” sind keine offiziellen Fachbegriffe, sondern umgangssprachliche Ausdrücke aus Online-Foren. Gemeint ist die Restmenge an Lösung, die nach den vorgesehenen 4 Injektionen im Mounjaro® Pen übrig bleibt.

Jeder Mounjaro® Pen ist darauf ausgelegt, 4 Dosen mit jeweils 0,6 ml Lösung abzugeben. Wie viel Wirkstoff in diesen 0,6 ml enthalten ist, hängt von der Dosierung des verwendeten Pens ab.

Warum bleibt eine Restmenge im Mounjaro® Pen?

Der KwikPen® enthält bewusst eine geringe zusätzliche Menge Mounjaro®, die zum Entlüften des Pens dient. Diese Flüssigkeit ist eine Sicherheitsmaßnahme, damit die 4 Injektionen korrekt funktionieren. Ohne Überfüllung könnte nach 3 Anwendungen mit Entlüftung nicht mehr genug Medikament für die Injektion in Woche 4 übrig bleiben.

Auch andere Injektionsmedikamente haben ein gewisses Überfüllvolumen – das ist so üblich und dient der sicheren Anwendung.

Wie viel Mounjaro® Restmenge bleibt im Pen übrig?

Die genaue Restmenge lässt sich nicht genau bestimmen. Je nach Handhabung und Entlüftung bleibt unterschiedlich viel Lösung übrig. Die sichtbare Flüssigkeit im Pen wirkt oft größer als sie tatsächlich ist, weil sie sich nicht mehr im Drehmechanismus befindet. Wenn alle 4 Dosen abgegeben wurden, steht der Kolben ganz vorne. Die Restflüssigkeit sitzt dann nur noch in der Patrone vor dem Kolben, aber nicht mehr in dem Bereich, den der Drehmechanismus noch bewegen kann.

Eli Lilly, der Hersteller von Mounjaro®, hat jeweils im August 2025 und im Januar 2026 mitgeteilt, dass Flüssigkeitsmenge und Aussehen des Pens angepasst werden. Jeder Pen enthält weiterhin Lösung für 4 Anwendungen sowie eine geringe Menge Flüssigkeit zur Entlüftung.

Warum Sie keine 5. Dosis entnehmen sollten: Die Risiken

Auch wenn nach der letzten Anwendung noch Flüssigkeit im Pen sichtbar ist, sollten Sie keine 5. Dosis daraus entnehmen. Gründe dafür sind etwa:

  • Unklare Wirkstoffmenge: Die Restflüssigkeit ist ein technisches Überfüllvolumen und nicht als Dosis vorgesehen. Die tatsächliche Wirkstoffmenge darin ist unklar. Es besteht ein Risiko für Über- oder Unterdosierungen.
  • Nebenwirkungen: Eine zusätzliche oder falsch bemessene Dosis kann bekannte Nebenwirkungen von Mounjaro® wie Übelkeit oder Erbrechen verstärken.
  • Verunreinigung: Die Entnahme der Restflüssigkeit erfolgt außerhalb der vorgesehenen Anwendung und Funktion des Pens. Es kann zu Verunreinigungen kommen, wenn der Pen manipuliert oder unsachgemäß verwendet wird. Das erhöht das Risiko für Infektionen und Hautreaktionen.
  • Planungsverlust: Eine nicht empfohlene Injektion kann Ihren ärztlich festgelegten Therapieplan durcheinanderbringen. Das erschwert die Beurteilung von Wirkung und Verträglichkeit und gefährdet möglicherweise den Behandlungserfolg.
  • Haltbarkeit: Nach der 1. Verwendung ist Mounjaro® bis zu 30 Tage haltbar. Mit der „Goldenen Dosis” kann es sein, dass Sie die Haltbarkeit überschreiten. Verwenden Sie die Abnehmspritze nicht, wenn sie abgelaufen ist oder die Flüssigkeit trüb aussieht.

Der KwikPen® blockiert nach der 4. Injektion jede weitere Dosiseinstellung. Bei dem Versuch, eine weitere Dosis zu entnehmen, können Sie sich verletzen.

Warum versuchen manche Anwender, eine weitere Dosis zu entnehmen?

Viele Anwender wundern sich nach der 4. Dosis, dass im Pen noch eine sichtbare Menge an Flüssigkeit übrig bleibt. Einige kommen deshalb auf die Idee, die Mounjaro® Restmenge zu verwenden – obwohl hierfür keine medizinische Empfehlung besteht.

Häufig spielen finanzielle Gründe eine Rolle: Krankenkassen übernehmen die Kosten für Mounjaro® in der Regel nicht. Manche Anwender versuchen, die Restflüssigkeit als weitere Dosis zu nutzen, um kein Medikament zu verschwenden, die Behandlung zu verlängern oder Kosten zu sparen.

Wenn Sie bei Mounjaro® Geld sparen möchten, sollten Sie kein gesundheitliches Risiko eingehen. Besser ist es, an einem anderen Punkt anzusetzen: Sie müssen die Behandlung zum Beispiel nicht bis zur höchsten Dosis steigern. Auch eine niedrigere Erhaltungsdosis kann beim Abnehmen helfen und gleichzeitig Kosten sparen. Wichtig für den langfristigen Erfolg ist eine gleichmäßige, gut planbare Dosierung – am besten in Kombination mit Ernährung und Bewegung.

Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA

Empfohlene Anwendung des Herstellers

Halten Sie sich bei der Mounjaro® Anwendung stets an die Empfehlungen des Herstellers und Ihres Arztes. Das stellt sicher, dass Dosierung, Wirkung und Verträglichkeit zuverlässig beurteilt werden können.

Jeder Mounjaro® KwikPen® ist dafür vorgesehen, genau 4 Injektionen abzugeben. Entsorgen Sie nach der Anwendung den Pen mit der restlichen Flüssigkeit. Versuche, zusätzliche Dosen zu entnehmen, können Risiken für Wirksamkeit und Sicherheit mit sich bringen.

Richtige Entsorgung

Werfen Sie den Pen nach der 4. Anwendung mit der Restflüssigkeit weg. Entsorgen Sie den Mounjaro® Pen nie über das Waschbecken oder die Toilette, um die Umwelt zu schützen. Die korrekte Entsorgungsmethode für Ihren Bezirk erfahren Sie unter arzneimittelentsorgung.de oder in Ihrer Apotheke. Einen geeigneten Kanüleneimer können Sie auch über den Service von ZAVA bestellen.

Häufig gestellte Fragen

Unterscheidet sich die Goldene Dosis chemisch von den regulären Dosen?

Die Restflüssigkeit im Mounjaro® Pen enthält zwar auch Tirzepatid, die Dosierung ist jedoch unklar: Die technische Überfüllung ist nicht standardisiert und lässt sich deshalb nicht sicher dosieren.

Ist die Entnahme der „5. Dosis” bei Mounjaro® gefährlich?

Ja, die Entnahme einer zusätzlichen Dosis aus dem KwikPen® kann riskant sein. Der Pen ist darauf ausgelegt, genau 4 Dosen abzugeben. Versuche, die Restflüssigkeit zu entnehmen, bergen die Gefahr von Verletzungen, Verunreinigungen der Lösung und einer ungenauen Dosierung. Das erhöht das Risiko von Infektionen, Reizungen an der Einstichstelle sowie Über- oder Unterdosierungen.

Gibt es auch bei Wegovy® eine „Goldene Dosis”?

Nein, es gibt bei Wegovy® keine „Goldene Dosis”. Es bleibt nach der vollständigen Anwendung ebenfalls eine kleine Restmenge im Pen übrig. Auch hier handelt es sich aber um ein Überfüllvolumen, um sicherzustellen, dass der Pen ausreichend entlüftet werden kann. Diese Flüssigkeit ist nicht zur Anwendung geeignet.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 04 Feb. 2026

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