Hoden auf Veränderungen abtasten
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Ulrike ThiemeLetzte Änderung: 09 Nov. 2022
Selbst-Checks können Leben retten – das gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Und doch wissen nur 56 % aller Männer, wie sie ihre Hoden am besten selbst untersuchen. Dabei ist gerade das essenziell: Wer seine Hoden regelmäßig abtastet, kann Gewebeveränderungen frühzeitig erkennen. Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen rund um das Thema “Hoden selbst abtasten” als Teil der Krebsvorsorge.
Warum sollte ich meine Hoden regelmäßig abtasten?
Je früher eine gutartige oder bösartige Veränderung festgestellt wird, desto höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Auch Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, die zum Beispiel Nebenhodenentzündungen (und deshalb ähnliche Symptome) verursachen können, sollten so früh wie möglich entdeckt und behandelt werden, um eine spätere Unfruchtbarkeit zu vermeiden.
Wie oft sollte ich meine Hoden abtasten oder vom Arzt untersuchen lassen?
Dr. Emily Wimmer, Ärztin bei ZAVA, rät: „Ich empfehle Männern zwischen 14 und 45 Jahren, ihre Hoden mindestens 1-mal im Monat selbst zu untersuchen. So können sie nicht nur Hodenkrebs und andere Erkrankungen frühzeitig erkennen, sondern auch Krampfadern des Hodens, sogenannte Varikozelen.“
Übrigens: Männer, die als Kind einen Hodenhochstand hatten, haben ein erhöhtes Risiko für Hodentumore. Diesen Patienten empfehlen Experten eine jährliche Kontrolluntersuchung beim Urologen.
Wie taste ich meine Hoden richtig ab?
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Abtasten am besten vorgehen sollten. Bitte beachten Sie, dass Hodenkrebs in der Regel einseitig auftritt oder auf einer Seite stärker ausgeprägt ist. Unterschiede in der Größe können also an einem Knoten liegen, durchaus aber auch normal sein. Es ist daher wichtig, zu wissen, wie Ihre Hoden im Normalzustand aussehen und sich anfühlen. So lassen sich Auffälligkeiten schnell feststellen.
Am besten tasten Sie Ihre Hoden nach einer warmen Dusche im Stehen ab.
Tasten Sie beide Hoden einzeln ab und folgen Sie dabei dieser Anleitung:
Schritt 1: Befühlen Sie Ihren Hoden mit geöffneter Handfläche von unten und bewegen Sie ihn leicht auf und ab. Achten Sie dabei auf Veränderungen in Größe und Gewicht sowie eventuell auftretenden Ziehschmerz.
Schritt 2: Legen Sie den Zeige- und Mittelfinger unter den Hoden und den Daumen an die Oberseite. Rollen Sie den Hoden nun zwischen Daumen und den Fingern hin und her. Achten Sie dabei auf Veränderungen in Druckempfindlichkeit und Festigkeit (z.B. harter Hoden, schmerzlose Knoten oder Unebenheiten).
Schritt 3: Tasten Sie auch die Nebenhoden ab – diese sind etwas weicher als die Hoden, können aber leicht mit einem Knoten verwechselt werden.
Schritt 4: Zu guter Letzt sollten Sie Ihre Hoden im Spiegel betrachten. Achten Sie hierbei auf Schwellungen oder andere Veränderungen. Geeignet ist zum Beispiel ein Handspiegel.
Was kann ich am Hoden ertasten?
Auf folgende Anzeichen sollten Sie bei der Selbstuntersuchung achten:
Schmerzen in der Hoden-, Leisten- oder Brustregion
Hoden fühlt sich hart, knotig oder uneben an
Vergrößerung oder Schwellung des Hodens; Flüssigkeitsansammlung im Hodensack
Schweregefühl oder Ziehen im Hoden
Wann muss ich zum Arzt?
Sollten Sie einen Unterschied in Größe, Gewicht oder Festigkeit (Knoten, Unebenheiten oder Härte) bzw. Schmerzen in der Hoden-, Leisten- oder Brustregion bemerken, dann wenden Sie sich bitte direkt an einen Arzt. Das Brustgewebe des Mannes kann übrigens auch betroffen sein, da ein gestörter Testosteronspiegel (aufgrund einer Erkrankung der Hoden) zum Teil zu gut- oder bösartigen Veränderungen des Brustgewebes führt.
Bei Auffälligkeiten sollten Sie also unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er wird Ihre Hoden und Ihre Brust sorgfältig untersuchen und zum Beispiel eine Sonografie (Ultraschall) durchführen.
Hier finden Sie die vollständige Anleitung zum Hoden-Abtasten als PDF.
Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.
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