Jährliche Grippeschutzimpfung

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 13 Okt 2020

Die Grippeschutzimpfung ist die wirkungsvollste Maßnahme zum Schutz vor einer Grippe, zur Verhinderung von schweren Komplikationen wie Herzmuskelentzündungen und um eine Ansteckung anderer Personen zu vermeiden. Da der Impfschutz immer nur für eine Grippesaison anhält, muss die Impfung jährlich aufgefrischt werden. Die Grippeimpfung ist sehr gut verträglich und für fast alle Personen geeignet.

Inhalt
Arzt impft ältere Frau gegen Grippe

Wer sollte sich impfen lassen?

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission eine jährliche Grippeimpfung für folgende Personengruppen:

  • Alle Personen ab dem 60. Lebensjahr
  • Alle Schwangeren ab dem 4. Schwangerschaftsmonat sowie bei Schwangeren mit Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen schon ab dem Beginn der Schwangerschaft
  • Menschen mit chronischen Krankheiten, durch die der Verlauf der Grippe verschlimmert werden kann. Dazu zählen unter anderem Erkrankungen der Atemwege, des Herzens, der Nieren und der Leber. Außerdem zählen Personen mit der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Immunschwäche dazu.
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Kontaktpersonen von Menschen aus den genannten Risikogruppen
  • Personen, die im Gesundheitssystem arbeiten, vor allem bei direktem Patientenkontakt
  • Personen, die berufliche mit vielen Menschen in Kontakt kommen
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln

Darüber hinaus kann eine Grippeimpfung aber auch für Personen empfehlenswert sein, die keiner dieser Gruppen angehören. Eine individuelle Beratung kann Ihnen Ihr Hausarzt bieten.

Eine Impfung darf nicht bei Personen erfolgen, die gegen einen Inhaltsstoff der Impfung allergisch sind, zum Beispiel Hühnereiweiß. Außerdem sollte die Impfung bei Fieber verschoben werden – eine Erkältung ohne Fieber ist jedoch kein Hinderungsgrund. Menschen mit einer Immunschwäche, beispielsweise aufgrund einer HIV-Infektion, sollten rechtzeitig vor Beginn der jährlichen Grippewelle im Oktober mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob eine Grippeimpfung für sie in Frage kommt.

Wann sollte ich mich impfen lassen?

Der ideale Impfzeitpunkt liegt im Oktober oder November, aber auch eine spätere Impfung im Dezember oder nach dem Jahreswechsel ist in vielen Fällen noch sinnvoll. In Deutschland finden sich zwar schon im Oktober erste Grippefälle, die Grippewelle und das Ansteckungsrisiko erreichen den Höhepunkt aber erst im Januar oder Februar. Nach der Impfung dauert es circa 2 Wochen, bis der Impfschutz voll aufgebaut ist.

Welche Grippeimpfstoffe gibt es?

Es gibt einerseits Impfstoffe, die gegen drei (Dreifachimpfstoffe) oder vier (Vierfachimpfstoffe) Arten von Influenzaviren schützen. Außerdem gibt es sogenannte Totimpfstoffe, die Bruchstücke von Influenzaviren enthalten, und Lebendimpfstoffe, die aus abgeschwächten, vollständigen Viren bestehen. Der Lebendimpfstoff ist ein Vierfachimpfstoff und wird nicht als Spritze, sondern als Nasenspray verabreicht. Er ist nur für Kinder von 2-17 Jahren zugelassen. Die verschiedenen Totimpfstoffe können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen verwendet werden. Früher wurde in Deutschland nur der Dreifachimpfstoff für gesetzlich Versicherte bezahlt, mittlerweile ist aber der Vierfachimpfstoff mit der besseren Schutzwirkung für alle Versicherten verfügbar. Für ältere Patienten, die normalerweise schwerer einen Impfschutz aufbauen, stehen außerdem Impfstoffe mit Wirkverstärkern (Adjuvantien) zur Verfügung.

Eine Übersicht zu den verschiedenen zugelassenen Impfstoffen bietet das Paul-Ehrlich-Institut.

Warum ist eine jährliche Grippeimpfung notwendig?

Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr leicht, dadurch versagt der Impfschutz des vorhergehenden Jahres. Aus diesem Grund muss jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt werden, der gegen die aktuellen Grippeviren wirksam ist. Außerdem lässt die Wirkung der Impfung in der Regel nach 6-12 Monaten nach, sodass der Schutz bei der nächsten Grippesaison nicht mehr ausreichend stark ist. Eine jährliche Impfung gegen Grippe schützt zudem besser vor schweren Grippeverläufen als eine einmalige Grippeimpfung.

Kann ich trotz Impfung an Grippe erkranken?

Ja, das ist möglich. Bei jeder Impfung gibt es sogenannte Impfversager, also Personen, die trotz Impfung keinen ausreichenden Schutz vor einer Infektion entwickeln. Die Grippeimpfung hat zwar verglichen mit anderen Impfungen eine niedrige Wirksamkeit von ungefähr 60-80 Prozent. Durch die Häufigkeit der Grippe lassen sich aber so geschätzt 400.000 Grippefälle pro Jahr vermeiden.

Außerdem kann es selten vorkommen, dass die Grippeviren sich so verändert haben, dass der aktuelle Impfstoff nicht mehr zu ihnen passt. Dann bietet eine Impfung in dieser Grippesaison nur unzureichenden Schutz und eine Ansteckung ist möglich.

Wenn Sie sich bereits kurz vor der Impfung mit Grippe infiziert haben, kann der Impfstoff Sie ebenfalls nicht vor einem Ausbruch der Erkrankung schützen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin bei Zava. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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Artikel erschienen: 13 Okt 2020

Letzte Änderung: 13 Okt 2020

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