Grippe während der Schwangerschaft und Stillzeit

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 13 Okt 2020

Obwohl eine Grippe für gesunde Menschen in den meisten Fällen keine Gefahr darstellt, kann sie während einer Schwangerschaft teils besonders schwer ausfallen und eventuell das Baby gefährden. Aus diesem Grund sollten Sie bei grippeähnlichen Symptomen unbedingt Ihren Arzt kontaktieren, um Folgen für das ungeborene Kind auszuschließen.

Wenn Sie während der Stillzeit an der Grippe erkranken, ist die Ansteckungsgefahr für Ihr Kind durch den engen Körperkontakt erhöht. Achten Sie deshalb verstärkt auf Hygiene, waschen Sie sich regelmäßig die Hände und husten oder niesen Sie nicht in Richtung Ihres Kindes. Auch das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes in Gegenwart des Säuglings kann die Ansteckungsgefahr reduzieren. Auch in der Stillzeit ist es empfehlenswert, bei Grippesymptomen einen Arzt aufzusuchen.

Inhalt
Schwangere liegt auf der Couch und misst Fieber

Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit

Bei einer medikamentösen Behandlung während Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten: Manche Medikamente können für ungeborene Kinder und Säuglinge schädlich sein. Am besten fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat – dieser kann neben den richtigen Medikamenten auch Aufschluss darüber geben, ob Sie das Stillen vorübergehend unterbrechen sollten. Dies gilt auch für die Verwendung von pflanzlichen Präparaten und Hausmitteln.

Bei einer schweren Grippe während der Schwangerschaft kann die Gabe von antiviralen Mitteln, sogenannten Neuraminidasehemmern, notwendig sein. Diese Medikamente wirken aber nur, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen werden. Daher sollten Sie bei einer Grippe während der Schwangerschaft möglichst rasch Ihren Hausarzt kontaktieren, um diese Möglichkeit rechtzeitig besprechen zu können.

Weitere verlässliche Informationen zur Verwendung von Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit liefert die Website embryotox. Hier können Sie den Wirkstoff oder Namen des Arzneimittels eingeben, woraufhin angezeigt wird, ob es während Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich ist.

Jährliche Grippeschutzimpfung zur Vorbeugung

Von Anfang Oktober bis Mitte Mai herrscht in Deutschland Grippesaison. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät werdenden Müttern, die während dieser Zeit schwanger sind, vorbeugend zu einer Grippeimpfung. Denn: Grippe kann bei Schwangeren schwerer verlaufen, da das Immunsystem vollauf mit dem Schutz des Babys beschäftigt ist. Dies kostet Kraft und macht anfälliger für Krankheitserreger.

Eine Impfung ist für gesunde Schwangere in allen Phasen der Schwangerschaft möglich. Schwangeren, die aufgrund eines Grundleidens wie Diabetes oder Asthma ein höheres gesundheitliches Risiko haben wird sogar zu einer Impfung im ersten Schwangerschaftsdrittel geraten.

Ein weiterer Vorteil der Grippeimpfung: Sollten Sie trotz Impfung an Grippe erkranken, verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen deutlich milder und führt seltener zu Komplikationen.

Wichtig: Da Influenzaviren in jeder Grippesaison ihre Struktur verändern, muss die Impfung zur Erhaltung des Schutzes jährlich vorgenommen werden.

Grippeimpfung: Verträglich und sicher für Mutter und Kind

Eine Grippeimpfung ist sowohl für Mutter als auch Kind unbedenklich. Es kommt in Folge einer Grippeimpfung während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht vermehrt zu Frühgeburten, Fehlbildungen oder Kaiserschnitten. Auch der allgemeine Gesundheitszustand des Neugeborenen bleibt von der Impfung unbeeinträchtigt.

Doppelter Nutzen: Grippeimpfung schützt Mutter und Kind

Auch Ihr Baby profitiert von einer Grippeimpfung während der Schwangerschaft, denn: Über die Plazenta (Mutterkuchen) werden Abwehrstoffe von Mutter zu Kind übertragen. So ist Ihr Baby auch nach der Geburt für die ersten Lebensmonate vor einer Grippeinfektion geschützt. Säuglinge selbst können dann zum vollen Schutz ab dem 6. Monat gegen Grippe geimpft werden. Auch in der Stillzeit können Sie sich gefahrlos gegen Grippe impfen lassen. Dadurch schützen Sie indirekt auch Ihren Säugling davor, sich bei Ihnen mit Grippe anzustecken.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin bei Zava. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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Artikel erschienen: 13 Okt 2020

Letzte Änderung: 13 Okt 2020

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