Borreliose-Spätfolgen

Ärztin entfernt mit einer Pinzette eine Zecke um Spätfolgen von Borreliose bei der Patientin zu verhindern.
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Borreliose-Infektionen können mit einer Vielzahl an akuten Symptomen einhergehen. Bei ausbleibender oder unzureichender Behandlung können sich zusätzlich langfristige Spätfolgen ausbilden, die die Betroffenen belasten.

Welche Symptome verursacht eine unbehandelte Borreliose?

Unter Borreliose versteht man allgemein eine Infektion mit Bakterien aus der Familie der Borrelien. Je nach Borrelien-Art gibt es leicht unterschiedliche Arten der Borreliose. In Mitteleuropa ist mit dem Begriff Borreliose jedoch meist die Lyme-Borreliose gemeint. Übertragen wird die Borreliose am häufigsten durch Zecken, in selteneren Fällen können aber auch Stechmücken und Pferdebremsen Borreliose übertragen.

Die Lyme-Borreliose verläuft in drei Stadien. In den ersten zwei bis drei Wochen entwickelt sich typischerweise ein kreisförmiger, roter Ausschlag an der Stelle des Zeckenbisses. Auch klassische Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen oder geschwollene Lymphknoten können hinzukommen. Wenn die Borreliose nicht erkannt und fachgerecht behandelt wird, beginnt nach Wochen bis Monaten das zweite Stadium, dessen Symptome teilweise bereits zu den Spätfolgen gezählt werden können. Dazu zählt vor allem die Meningopolyneuritis. Darunter versteht man die Entzündung von Nerven bzw. Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks, wodurch teils starke Schmerzen oder auch Empfindungsstörungen in den entsprechenden Körperbereichen auftreten können. Häufig treten diese Schmerzen nur nachts auf. Zusätzlich kann es zu Lähmungen kommen, die bevorzugt einseitig auftreten und daher symptomatisch einem Schlaganfall ähneln können. In diesem Stadium können außerdem bereits Gelenkschmerzen auftreten. Auch Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) sind eine mögliche Begleiterscheinung in diesem Stadium. Nach weiteren Monaten oder sogar Jahren ohne adäquate Behandlung tritt die Borreliose-Infektion in das dritte Stadium ein. Dieses zeichnet sich neben chronisch-wiederkehrenden Gelenkentzündungen durch das Auftreten einer Hauterkrankung namens Acrodermatitis atrophicans aus. Bei diesem Symptom zeigen zunächst vor allem die Extremitäten eine schmerzlose Schwellung in Verbindung mit einer fahlen, grau-blauen Verfärbung. Durch weiteres Fortschreiten der Krankheit wird das Unterhautgewebe zunehmend abgebaut (Atrophie), wodurch die Haut dünn erscheint, sich weiter verfärbt und die oberflächlichen Blutgefäße sichtbar werden (Zigarettenpapierhaut). Gleichzeitig können auch oberflächlich gelegene Nerven mitbetroffen sein, wodurch weitere Empfindungsstörungen resultieren können. Weitere mögliche Folgen in späteren Erkrankungsstadien sind Gefäßentzündungen, Vergrößerung der Leber und Milz, Hirnhautentzündungen, Erkrankungen des Herzmuskels und Herzrhythmusstörungen sowie Leber- und Schleimbeutelentzündungen.

Die Einteilung in drei Stadien sollte nicht als zwingend angesehen werden, da der Verlauf einer Borreliose von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen kann. Allerdings treten Symptome des ersten Stadiums bevorzugt sehr früh auf, wohingegen Symptome des dritten Stadiums sich meist erst nach längerer Zeit bemerkbar machen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Borreliose Infektion?

Wie bei den meisten Infektionskrankheiten ist auch bei Borreliose eine frühzeitige Therapie am besten. Borreliose wird standardmäßig mit den gut wirksamen Antibiotika Doxycyclin, Ceftriaxon und Amoxicillin behandelt. Je nach Dauer der Infektion sind aber unterschiedliche Dosen und Behandlungsdauern notwendig. Entgegen landläufiger Meinungen ist die schulmedizinische Behandlung von Borreliosen in der überwiegenden Zahl der Fälle erfolgreich, sofern die entsprechenden Medikamente ausreichend lange und in genügend hoher Dosierung gegeben werden. Durch eine adäquate Behandlung lassen sich auch die meisten Spätfolgen einer Borreliose restlos bekämpfen, auch wenn die Rückbildung der Symptome Wochen bis Monate dauern kann. Bei einem geringen Teil der Patienten, bleiben jedoch, besonders nach relativ spätem Behandlungsbeginn, Spätschäden bestehen. Hierzu zählen vor allem chronische Gelenkentzündungen, Nervenschäden bzw. damit einhergehende Schmerzen oder Empfindungsstörungen und die Atrophie der Haut im Rahmen der Acrodermatitis atrophicans. Auch länger andauernde Herzmuskelentzündungen können bleibende Schäden am Herzen hinterlassen. Zudem fühlt sich ein Teil der Patienten auch in einem längeren Zeitraum nach erfolgreichem Ende der Borreliose-Therapie abgeschlagen, empfindet Schmerzen und leidet an Konzentrationsstörungen. Dieses Post-Lyme-Syndrom kann zumeist auf eine lange dauernde Erholungszeit (Rekonvaleszenz) nach ausgeheilter Infektion zurückgeführt werden und bessert sich ebenfalls im Laufe von Wochen und Monaten. Es ist daher wichtig, die individuell vorliegenden Symptome und Spätfolgen auch nach Abschluss der akuten Antibiotikatherapie zu berücksichtigen und entsprechend zu behandeln, falls möglich. Da gerade bei anhaltenden oder nur langsam zurückgehenden Schmerzen die psychische Belastung für Patienten bis zur Ausheilung sehr hoch sein kann, sollte im Einzelfall eine Schmerztherapie in Erwägung gezogen werden. Chronische Gelenkentzündungen müssen gegebenenfalls zusätzlich von einem Rheumatologen behandelt werden. Demgegenüber sollten Patienten, die während der Borreliose an einer Myokarditis erkrankt waren, sich zumindest einmalig nach der Therapie von einem Kardiologen untersuchen lassen. Erster Ansprechpartner ist jedoch auch bei Spätfolgen von Borreliose der behandelnde Hausarzt oder Internist.

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