Blutdruck bei Kindern

Prof. Dr. Thomas Meinertz

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Letzte Änderung: 12 Apr 2022

Kinder und Jugendliche haben einen niedrigeren Blutdruck als Erwachsene. Der Blutdruck bei Kindern und Jugendlichen erhöht sich mit zunehmendem Alter. Heutzutage gibt es allerdings eine zunehmende Zahl von Kindern, die bereits in jungen Jahren unter zu hohem Blutdruck (Hypertonie) leiden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Wie bei Erwachsenen unterscheiden Ärzte auch bei Kindern zwischen primärer Hypertonie, einem Bluthochdruck ohne erkennbaren Grund, und sekundärer Hypertonie, einem Bluthochdruck aufgrund einer Krankheit. Je nach Ursache müssen auch schon bei Kindern unter Umständen Medikamente zur Blutdrucksenkung eingesetzt werden.

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Blutdruck bei Kindern: Junges Mädchen mit langen braunen Haaren und einem rosaroten Haarreifen sitzt auf der Couch und stützt sich mit beiden Händen den Kopf auf ihren Oberschenkeln ab.
 

Welcher Blutdruck ist bei Kindern normal?

Die Blutdruckwerte, die bei Kindern und Jugendlichen als normal und damit als gesund einzuschätzen sind, hängen vom Alter und der Körpergröße des Kindes ab. Es gibt Blutdruckrechner für Kinder, mit denen der gemessene Blutdruck eines Kindes bewertet werden kann.

Für 4-jährige Jungen liegen die Maximalwerte bei etwa 110/70, bei Mädchen sind die Werte stets etwas geringer. Bis zum 18. Lebensjahr steigen die Normwerte relativ linear an, ab 18 gelten die Werte für Erwachsene mit maximal 130/85.

Für die Diagnose Bluthochdruck (Hypertonie) sollte der Blutdruck mehrmals gemessen werden. Erst nach mindestens 3 auffälligen Messungen gilt der Verdacht auf eine Hypertonie als bestätigt.

Um den Blutdruck bei Kindern unterschiedlichen Alters zu beurteilen, wird – wie auch bei Größe und Gewicht – mit sogenannten Perzentilen gerechnet. So sind die Werte vergleichbar und leichter einzuschätzen. Von einem normalen kindlichen Blutdruck sprechen Ärzte, wenn der Wert unter der 95. Perzentile liegt. Das bedeutet, dass 95 von 100 Kindern des gleichen Alters einen Blutdruckwert unter einem bestimmten Wert haben. Alles darüber wird als Bluthochdruck (Hypertonie) gewertet.

Wie erkennt man bei Kindern einen hohen Blutdruck?

Kinder mit Bluthochdruck haben besonders zu Beginn der Erkrankung kaum Symptome. Die Krankheit kann im Verlauf ähnliche Anzeichen wie bei Erwachsenen entwickeln, in erster Linie sind das

  • Kopfschmerzen,
  • häufiges Nasenbluten,
  • Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit und
  • Sehstörungen.

Wichtig ist deshalb eine regelmäßige Kontrolle der Blutdruckwerte beim Kinderarzt. Er hat neben geeigneten Messgeräten auch die Möglichkeit, Vorerkrankungen und Risiken, die möglicherweise familiär bedingt sind, herauszufinden und in die Beurteilung mit einzubeziehen.

Welche Ursachen gibt es für Bluthochdruck bei Kindern?

Bluthochdruck wird bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen in primäre oder essenzielle Hypertonie und sekundäre Hypertonie eingeteilt.

Die primäre oder essenzielle Hypertonie bezeichnet einen Bluthochdruck, der nicht Folge einer anderen Erkrankung ist. Kinder mit essenzieller Hypertonie sind häufig übergewichtig. In vielen Fällen sind auch die Eltern oder nahen Verwandten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Eine ungesunde Ernährung mit viel Fast Food, die in höherem Lebensalter unter Umständen zu Diabetes mellitus Typ II (Zuckerkrankheit) führen kann, spielt bei der Entstehung der kindlichen Hypertonie eine Rolle. Ärzte sprechen in diesem Zusammenhang vom prädiabetischen Status, einem Vorstadium der Zuckerkrankheit. Wird dies frühzeitig festgestellt, kann die Entstehung weiterer Erkrankungen möglicherweise abgewendet werden.

Die sekundäre Hypertonie tritt besonders bei kleineren Kindern auf. Dabei ist ist die Ursache des Bluthochdrucks eine zugrundeliegende andere Erkrankung. Bei Kleinkindern sind das häufig Probleme der Nierengefäße. Da die Nieren entscheidend an der Regulierung des Blutdrucks beteiligt sind, können Funktionsstörungen der Nieren Bluthochdruck verursachen. Weitere Erkrankungen bei Kindern, die zu einer sekundären Hypertonie führen, können zum Beispiel eine Engstelle der Aorta (Aortenisthmusstenose) oder Hormonstörungen sein, wie etwa eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Morbus Cushing, eine Überproduktion von Kortisol.

Muss ein Bluthochdruck bei Kindern ärztlich behandelt werden?

Die Behandlung der kindlichen Hypertonie hängt stark von der Ursache des Bluthochdrucks ab. Bei der essenziellen Hypertonie, der keine andere Krankheit zugrunde liegt, wird zunächst versucht, den hohen Blutdruck durch eine gesunde, salzarme Ernährung, viel Bewegung und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion in den Griff zu bekommen. Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, werden unter Umständen blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt.

Leidet ein Kind unter einer sekundären Hypertonie, die also durch eine andere Krankheit verursacht wird, wird zuerst diese Grunderkrankung behandelt. In der Regel kommt der Blutdruck dadurch wieder in einen gesunden Bereich. Reicht dies nicht aus, wird auch bei der sekundären Hypertonie der Einsatz von Blutdrucksenkern erwogen, um Folgeschäden im Herz-Kreislauf-System zu vermeiden.

Woran erkennt man niedrigen Blutdruck bei Kindern?

Ein zu niedriger Blutdruck kommt bei Kindern immer wieder vor. Im unteren Bereich sind für Kinder keine Grenzwerte festgelegt, das heißt, dass ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) als keine Erkrankung betrachtet wird.

Wenn Kinder einen niedrigen Blutdruck haben, kann sich das in verschiedenen Symptomen äußern:

  • Schwindelattacken oder kurze Ohnmachten (Synkopen), unter anderm bei schnellem Aufstehen
  • blasse Haut
  • Zittern
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme

Die Ursachen für den niedrigen Blutdruck sind in der Regel leicht zu erkennen und zu behandeln.

Was kann man gegen zu niedrigen Blutdruck bei Kindern tun?

Ein Auslöser für zu niedrigen Blutdruck bei Kindern kann Flüssigkeitsmangel sein, da der Blutdruck zu einem großen Teil darüber bestimmt wird, wie viel Wasser sich in den Blutgefäßen befindet. Kinder sollten deshalb regelmäßig daran erinnert werden, Wasser zu trinken, um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten.

Für eine gesunde Kreislauffunktion helfen außerdem viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, bei der keine langen Hungerphasen mit der Gefahr von Unterzuckerung entstehen. Für einen guten Start in den Tag ist besonders das Frühstück wichtig.

Wenn es allerdings häufiger zu Ohnmachten oder einem Gefühl von „schwarz vor den Augen“ kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Erkrankungen wie zum Beispiel eine Blutarmut (Anämie), auszuschließen.

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Medizinisch geprüft von:
Prof. Dr. Thomas Meinertz Verfasst von Joachim Mohr

Prof. Dr. Thomas Meinertz ist seit 2020 Mitglied des medizinischen Beirats von ZAVA. Meinertz war Direktor des Herzzentrums am Universitätskrankenhaus Hamburg und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, heute betreibt er eine internistische Praxis in Hamburg. Joachim Mohr war 3 Jahrzehnte Redakteur bei DER SPIEGEL in Hamburg. Seit Jahren unterstützt er die Redaktion der Deutschen Herzstiftung sowie seit 2022 die medizinische Redaktion von ZAVA.

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