Symptome bei Asthma

Wie Sie einen Asthmaanfall erkennen und richtig reagieren

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Medizinisch geprüft von: Beverley Kugler

Letzte Änderung: 28 Okt 2019

Junge Frau mit Asthmaanfall.
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Asthma ist die häufigste chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege und betrifft rund 300 Millionen Menschen weltweit.

Bei Asthmatikern kommt es zu immer wiederkehrenden Atemwegverengungen und zur Überempfindlichkeit des Bronchialsystems. Die Engpässe in den Bronchien führen bei empfindlichen Menschen zu anfallsweise auftretender Atemnot. Dieses Asthma Symptom wird durch Schleimhautschwellungen, vermehrte Sekretion von Schleim und durch eine Verkrampfung der Bronchialmuskulatur ausgelöst.

Man unterscheidet zwischen allergischem (extrinsischem) und nicht-allergischem (intrinsischem) Asthma. Auch harmlose Atemwegsinfekte lösen bisweilen Asthma aus und innere oder externe Reize wie Stress und Zigarettenrauch können ähnliche Symptome verursachen.

Manche Menschen reagieren allergisch auf Substanzen, mit denen sie von Berufs wegen in Kontakt kommen. Dies können Farbchemikalien, Lösungsmittel und andere Stoffe sein. Auf jeden Fall gilt für alle Formen von Asthma, dass die Betroffenen ihre Krankheit und die typischen Symptome möglichst gut kennen sollten, damit sie angemessen darauf reagieren können.

Falls Sie bereits wegen Asthma in Behandlung sind, können Sie hier auch direkt zu unserer Sprechstunde zur Behandlung von Asthma gelangen.

Welche Symptome sind typisch bei Asthma?

Fast immer beginnt ein Asthmaanfall mit trockenem Husten und einem Engegefühl in der Brust. Dann kommt es schnell zur Kurzatmigkeit oder Luftnot. Die Atmung ist rasselnd und pfeifend. Vor allem nachts und bei körperlicher und seelischer Belastung treten die Beschwerden häufiger auf. Außerdem zeigen sich Asthmatiker besonders empfindlich gegenüber Hitze, Kälte, Benzin, Dämpfen, Sprays, Staub und Zigarettenrauch. Wer bei sich regelmäßig eines oder mehrere dieser Symptome bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Die Beschwerden müssen bei Asthma bronchiale nicht immer gleich stark sein. Manchmal bleiben die Anfälle auch wochen- oder monatelang aus. Typisch sind Schwankungen zwischen Morgen und Abend und auch von Tag zu Tag.

Aufgrund der verkrampften Muskulatur kann die bereits verbrauchte Luft nur schwer passieren. Folglich fällt Asthmatikern das Ausatmen besonders schwer. Im Anschluss kann deshalb häufig nur zu wenig frische Luft eingeatmet werden und es kommt zur Atemnot. Eine sogenannte „Lippenbremse“, das gezielte Ausatmen durch fast geschlossene Lippen, kann hier eine hilfreiche Technik sein.

Der schwere Asthmaanfall

Wenn schnell eingegriffen wird, können schwere Anfälle verhindert werden. Leichtere Anfälle können mit Notfallmedikamenten abgeschwächt oder sogar ganz verhindert werden. Wenn ein schwerer Asthmaanfall auftritt, der sich nicht mit Medikamenten in den Griff bekommen lässt oder sich sogar verschlechtert, kann es zu einem sogenannten Status asthmaticus kommen. Dies ist ein stundenlang anhaltender, sehr schwerer Anfall. Er kann sogar die Herzfunktion stören und lebensgefährlich sein.

Eines der häufigsten Symptome bei einem schweren Anfall ist die schwere Atemnot. Das Sprechen kann fast unmöglich sein. Statt der pfeifenden Atemzüge gibt es keine Atemgeräusche und die Bronchien sind verkrampft. Durch den Sauerstoffmangel verfärben sich die Nagelbetten und Lippen blau und es kommt zu Bewusstseinsstörungen. Die Atmung ist mit mehr als 25 Atemzügen pro Minute schnell und oberflächlich, während die Schulter- und Halsmuskulatur versucht, die Atmung zu unterstützen.

Bei einem akuten schweren Asthmaanfall sollte man schnell eingreifen und immer den örtlichen Rettungsdienst zu Hilfe rufen.

Unter Umständen ist es notwendig, für die Sauerstoffzufuhr über eine Sonde oder Maske zu sorgen, um eine Sauerstoffsättigung von mehr als 90 Prozent, (bei Schwangeren und Patienten mit Herzkrankheiten mehr als 95 Prozent) zu erreichen. Als Bronchodilatatoren, welche die Atemmuskulatur entspannen, dienen kurzwirksame meist inhalierbare Beta-2-Agonisten (z. B. Salbutamol). Auch Ipratropiumbromid - zur Unterbrechung der Kontraktion der Muskulatur - kann inhaliert werden. Zur Hemmung der Entzündung können intravenös Kortikosteroide verabreicht werden.

Wenn der Patient nicht genügend auf die anderen Medikamente anspricht, werden oft zusätzlich Xanthine gegeben, wie z. B. Theophyllin oder auch das Narkotikum Ketamin. In besonders schlimmen Fällen kann es sein, dass der Patient künstlich beatmet werden muss.

Welche Abstufungen gibt es?

Eine Therapie richtet sich nach dem Stufen-Schema. Mittlerweile werden Asthmatiker nicht mehr nach der Häufigkeit und Schwere der Asthma Symptome in vier Krankheitsstufen eingeteilt (von leichtem bis schwerem Asthma), sondern danach, wie gut die Symptome unter Kontrolle gebracht wurden. So kann der Arzt die Behandlung genau anpassen. Diese Kontrolle muss regelmäßig (mindestens einmal pro Jahr) bei Ihrem Arzt durchgeführt werden, um Medikamente anzupassen und Anfälle vermeiden zu können.

Stufe 1

Gelegentlich auftretendes Asthma: Der Patient leidet nicht mehr als einmal pro Woche an Atemnot, nächtliche Atemnot tritt nicht öfter als zweimal im Monat auf. Es gibt beschwerdefreie Intervalle.

Medikation: Bedarfstherapie mit kurzwirksamen Beta-Agonisten als Spray.

Stufe 2

Leichtes Asthma: Die Symptome treten mehr als einmal wöchentlich, aber nicht täglich auf.

Medikation: wie Stufe 1, zusätzlich ein inhalatives Kortikoid.

Stufe 3

Mittelschweres anhaltendes Asthma: Trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme treten täglich Beschwerden auf oder es kommt mehr als einmal wöchentlich nachts zu auftretenden Symptomen.

Medikation: Regelmäßige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments (inhalatives Kortikoid). Zusätzlich regelmäßige Inhalation eines langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums, gegebenenfalls in fester Kombination, und in Einzelfällen Einnahme weiterer Medikamente: Theophyllin oder Montelukast. Bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen Bronchodilatators.

Stufe 4

Schweres anhaltendes Asthma: Trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme der Stufe 3 treten Dauersymptome wechselnder Stärke auf, die sich sowohl tagsüber als auch nachts zeigen. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird deutlich eingeschränkt.

Medikation: wie Stufe 3 und Kortisoneinstellung sowie die Möglichkeit zusätzlich Omalizumab zu geben.

Stufe 5

Schweres anhaltendes Asthma: Trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme der Stufe 4 zeigen sich weiterhin Dauersymptome wechselnder Stärke, sowohl tagsüber als auch nachts. Die körperliche Leistungsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt.

Medikation: wie Stufe 4, eventuell zusätzlich Kortikoide als Tabletten.

Was hilft gegen Asthma?

Im Notfall hilft zuerst einmal das Asthmaspray. Salbutamol als Beta-2-Sympathomimetikum ist ein typischer Wirkstoff. Er sorgt für die Entspannung der Bronchien. Falls dies bei schweren Anfällen nicht ausreicht, muss zusätzlich Sauerstoff verabreicht werden. Mit diesem Asthmaspray kann bei einem plötzlichen Anfall das Schlimmste verhindert werden. Salbutamol kann bei einem akuten Anfall mehrmals genommen werden. Bitte besprechen Sie auch die genaue Anwendung Ihres Sprays bei solchen Anfällen mit Ihrem Arzt. Sollten Anfälle gehäuft aufkommen, kann das darauf zurückzuführen sein, dass die laufende medikamentöse Behandlung nicht ausreichend eingestellt ist.

Es ist wichtig, die richtige Inhalationstechnik zu beherrschen. Der Arzneistoff ist nur hilfreich, wenn er tief genug in die Bronchien eindringt, um dort seine Wirkung zu entfalten. Man muss gleichzeitig einatmen und sprühen und darf nicht vergessen, nach dem Sprühstoß kurz die Luft anzuhalten. Der Wirkstoff wird sonst direkt wieder ausgeatmet.

Auch bei Pulverinhalatoren ist dies besonders wichtig. Wenn zu schnell wieder ausgeatmet oder nicht tief genug inhaliert wird, verbleibt das Asthmamittel in den oberen Lungenbereichen und das Medikament kann seine Wirkung nicht entfalten.

Grundsätzlich kann mittelfristig versucht werden, Asthma durch weitere Behandlungen zu lindern. Die Psychotherapie soll hilfreich sein. Raucher sollten unbedingt mit dem Rauchen aufhören.

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Medizinisch geprüft von:
Beverley Kugler

Beverley Kugler ist seit November 2018 die ärztliche Leiterin von Zava Deutschland. Sie studierte Medizin am University College London (UCL) und schloss das Studium 2010 mit Auszeichnung ab. Im Anschluss war sie an verschiedenen Krankenhäusern in London tätig, bevor sie 2016 Teil des deutschen Ärzteteams von Zava wurde.

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Letzte Änderung: 28 Okt 2019

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