Arzt oder Algorithmus? So stark vertrauen die Deutschen ChatGPT & Google bei Gesundheitsfragen

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Immer mehr Menschen vertrauen bei gesundheitlichen Beschwerden auf ChatGPT und ähnliche digitale Tools, in der Hoffnung, eine schnelle Diagnose und passende Behandlungsempfehlungen zu erhalten. Dies kann aber nicht nur zu Fehlinformationen für den einzelnen Patienten führen, sondern auch das Gesundheitssystem belasten, da ChatGPT bei schwachen Symptomen oft unnötig zum Arztbesuch rät¹.

Vor diesem Hintergrund hat die Online-Arztpraxis ZAVA eine Umfrage durchgeführt, um herauszufinden, wie sehr die Deutschen Google, ChatGPT und ähnlichen Quellen im Vergleich zu Ärzten als medizinische Autorität vertrauen.

Hauptergebnisse:

  • 18,2 % der Befragten googeln zuerst ihre Symptome, bevor sie zum Arzt gehen.
  • 13,9 % fragen ChatGPT.
  • Im Saarland vertrauen die meisten Personen (41,67 %) den Gesundheitsinformationen von KI.
  • In Sachsen-Anhalt vertrauen die meisten Befragten den Gesundheitsinformationen, die sie auf Google finden konnten (37,84 %).

ChatGPT, Google oder Arzt: Wem vertrauen die Deutschen am meisten?

Frage 1: Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie haben ungewöhnliche Symptome und sind sich nicht sicher, was die Ursache dafür ist. Was würden Sie zuerst tun?

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Das vollständige Datenblatt finden Sie hier.

Die Umfrage von ZAVA hat ergeben, dass der höchste Anteil an Befragten in Deutschland am ehesten einen Termin beim Hausarzt buchen würde, wenn sie ungewöhnliche Symptome haben. Insgesamt gaben dies 38,6 % der befragten Personen an. Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings, dass die Mehrheit der gesamten Befragten (61,4 %) diese Möglichkeit nicht als erstes ergreift. Unter den Altersgruppen gaben mit einem Anteil von 46,68 % über 55-Jährige am häufigsten an, einen Termin beim Hausarzt zu buchen.

Der zweithöchste Anteil der Befragten (19,9 %) gab an, erst zu warten, um zu sehen, ob die Symptome wieder verschwinden. Die Altersgruppe, die diese Möglichkeit am häufigsten wählte, waren 16-24-Jährige mit einem Anteil von 24,04 %.

18,2 % der Befragten gaben an, sie würden ihre Symptome zuerst googeln. Das ist immerhin fast jeder Fünfte insgesamt. 45-54-Jährige wählten diese Antwort am häufigsten. 22,67 % in diesem Alter gaben an, ihre Symptome bei Google zu recherchieren. Dahinter folgten 35-44-Jährige mit einem Anteil von 19,33 %. Mit nur 13,46 % waren 16-24-Jährige die Altersgruppe, die am seltensten angab, Symptome zu googeln.

Insgesamt 13,9 % der Befragten gaben an, sich zuerst bei ChatGPT oder ähnlichen KI-Tools zu den Symptomen zu erkundigen. Der höchste Anteil zu dieser Option lag bei der Altersgruppe 25-34 Jahre, wo mit 29,86 % fast jeder Dritte angab, als erstes ChatGPT zu fragen. Die Altersgruppe mit dem zweithöchsten Anteil war 16-24 Jahre. 23,08 % in diesem Alter gaben diese Antwort an. ChatGPT war also in beiden jüngeren Altersgruppen häufiger gefragt als Google.

Bundesländer-Ranking: Wo vertrauen die meisten auf gesundheitsbezogene Informationen bei Google, ChatGPT & Co.?

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Das vollständige Datenblatt finden Sie hier. *In der Umfrage wurden Teilnehmer darum gebeten, mit einem Wert von 1-5 anzugeben, wie sehr sie verschiedenen Instanzen bei gesundheitsbezogenen Informationen vertrauen, wobei 1 überhaupt nicht und 5 voll und ganz bedeutet. Im Ranking wurde der Anteil aller Befragten angegeben, die Google bzw. KI mit 4 (etwas Vertrauen) oder 5 (vollstes Vertrauen) bewerteten.

Deutschlandweit vertrauen 24,1 % der Befragten ChatGPT im Bezug auf Gesundheitsinformationen. Das Vertrauen in Google liegt sogar noch etwas höher: 24,3 % der Befragten vertrauen den Gesundheitsinformationen, die von der Suchmaschine zur Verfügung gestellt werden.

Das Saarland verzeichnete den höchsten Anteil an Befragten, die ChatGPT oder anderen KI-Tools im Bezug auf Gesundheitsinformationen vertrauen: 41,67 % der Befragten in diesem Bundesland sprachen ihr Vertrauen für KI aus, wobei 8,33 % davon vollstes Vertrauen in die von KI bereitgestellten Informationen äußerte. Des Weiteren vertrauen 33,33 % der Befragten im Saarland Google, was gesundheitsbezogene Informationen angeht.

Sachsen-Anhalt ist das Bundesland, in dem der zweithöchste Anteil der Befragten den Gesundheitsinformationen vertraut, die von Tools wie ChatGPT zur Verfügung gestellt werden. In diesem Bundesland lag dieser Anteil bei 32,43 %, wovon 8,11 % auf “vollstes Vertrauen” als Angabe entfielen. Mit einem Anteil von 37,84 % hat Sachsen-Anhalt außerdem den bundesweit höchsten Anteil an Befragten, die den auf Google zu findenden Gesundheitsinformationen vertraut.

Berlin verzeichnet den dritthöchsten Anteil an Befragten (30,77 %), die ChatGPT und anderer KI im Bezug auf Gesundheitsinformationen vertrauen. In der Hauptstadt sprachen 5,77 % vollständiges Vertrauen für KI in diesem Bereich aus. Mit einem Anteil von 34,62 % weist Berlin außerdem den dritthöchsten Anteil an Befragten auf, die Google bei Gesundheitsthemen vertrauen.

Methode:

  1. Experten der Online-Arztpraxis ZAVA wollten herausfinden, wie sehr die Deutschen KI-Tools und Google im Vergleich zu Ärzten vertrauen, was gesundheitsbezogene Informationen anbelangt.
  2. Es wurden 1.000 Deutsche ab 16 Jahren über alle Bundesländer verteilt befragt.
  3. Folgende Fragen waren in der Umfrage enthalten:
  4. F1. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie haben ungewöhnliche Symptome und sind sich nicht sicher, was die Ursache dafür ist. Was würden Sie zuerst tun?
  5. Frage 2: Ihr Hausarzt hat Ihnen eine Diagnose gestellt, bei der Sie sich unsicher waren. Was würden Sie, wenn überhaupt, zuerst tun?
  6. F3. Wie sehr vertrauen Sie den folgenden Quellen für gesundheitsbezogene Informationen, wenn überhaupt? Wählen Sie eine Zahl von 1-5, wobei 1 gar nicht und 5 voll und ganz bedeutet.
  7. HINWEIS: Die Stichproben waren proportional über die Bundesländer nach ihrer Größe verteilt, d.h. Bundesländer mit geringerer Bevölkerung wurden durch eine kleinere Stichprobe repräsentiert.
  8. Die Umfrage wurde von 23.-26.06.25 durch das Umfrageinstitut Censuswide durchgeführt und alle Daten waren zu diesem Zeitpunkt korrekt.

Quellennachweis:

[1] - Healthcare-in-Europe.com | ChatGPT und Apps für Gesundheitsberatung auf dem Prüfstand