Zava Umfrage: Was uns im Bett zurückhält

Von Problemzonen und Versagensängsten

Im Auftrag der Online-Arztpraxis Zava wurden in einer aktuellen Erhebung über 1.000 Europäer und Amerikaner befragt, was ihnen beim Sex unangenehm ist und warum.

Die häufigsten Unsicherheiten

Content Image

Es ist nicht immer leicht, sich im Schlafzimmer zu entspannen und ganz man selbst zu sein. Aber was sind die Gründe dafür?

Insbesondere Frauen sind mit dem eigenen Körper unzufrieden (78 Prozent), wohingegen sich Männer stärker um ihre sexuelle Performance (66 Prozent) sorgen. Aber ganz gleich, ob Mann oder Frau: die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Ängste oder schlechte Erfahrungen können Untersuchungen zufolge das sexuelle Verlangen beeinträchtigen.

Dr. Carmen Lefèvre-Lewis, Psychologin und Verhaltenswissenschaftlerin bei der Online-Arztpraxis Zava, kennt die Probleme der Selbstwahrnehmung: „Wir sehen uns oft selbst viel kritischer als andere es tun. Interaktionspartner nehmen uns und unser Handeln in der Regel als `Ganzes` wahr – und das mit allen Sinnen. Zudem fließen Erfahrungen, Erinnerungen, aber auch äußere Umstände ein. Studien belegen, dass ein selbstbewusstes Auftreten und eine positive Selbstwahrnehmung häufig attraktiver auf Mitmenschen wirken als ein vermeintlich `perfekter` Körper.“

Problemzonen – Unsicherheiten auf einen Blick

Content Image

Und wenn die Hüllen dann fallen? Sorge Nummer 1 ist das Gewicht. Das sagen 67 Prozent der Männer und 74 Prozent der Frauen. Die Genitalien sind für mehr als die Hälfte aller Befragten (Männer: 55 Prozent, Frauen: 52 Prozent) ein sprichwörtlich `sensibler Bereich`. Jede zweite Frau sieht auch ihren Bauch und ihre Hüfte (56 Prozent) als Problemzone. Da sind Männer etwas entspannter. Nur jeder dritte Mann (36 Prozent) steht seinem `Hüftgold` kritisch gegenüber.

„Gerade die Medien, Werbung und soziale Netzwerke können den Eindruck von vermeintlich makellosen Körpern und perfekten Beziehungen vermitteln. Dabei sind wir alle nur Menschen. Es hilft sich bewusst zu machen, dass das `Idealbild`, das hier gezeigt wird, oft nicht der vollen Wahrheit entspricht. Retuschen, aber auch clevere Kamerawinkel und Beleuchtung machen sehr viel aus”, erklärt Dr. Carmen Lefèvre-Lewis. Die Verhaltenswissenschaftlerin hat in einer Studie untersucht, wie sich die Nutzung von sozialen Netzwerken auf die eigene Zufriedenheit auswirkt. Demnach haben Menschen, die beispielsweise Instagram vermehrt nutzen, häufiger ein negatives Bild von ihrem Körper. „Gerade bei sozialen Netzwerken denken viele, dass die Bilder eher der Realität entsprechen und vergleichen sich deswegen stärker mit den Abbildungen.”

Gründe für Unsicherheiten

Content Image

Hauptauslöser für Unsicherheiten sind Selbstkritik, kulturelle Idealbilder und negative Erfahrungen. Knapp jeder Zweite – Männer (47 Prozent) wie Frauen (51 Prozent) – gibt an, zu selbstkritisch zu sein.

Typisch Frau? Tendenziell scheinen Frauen sich Dinge mehr zu Herzen zu nehmen. So vergleichen sie sich auch wesentlich stärker mit dem (kulturellen) Schönheitsideal – doppelt so häufig wie Männer (Frauen: 33 Prozent, Männer: 15 Prozent).

Dr. Carmen Lefèvre-Lewis: „Wir sind selbst unsere größten Kritiker. Eine neue Bewegung heißt `Body Positivity`: die bewusste, positive Einstellung zum eigenen Körper. Das ist keine Diät und keine Sportart, sondern eine Aufforderung sich so anzunehmen, wie man ist. Eine positive Einstellung sich selbst gegenüber kann sich vorteilhaft auf viele Lebensbereiche auswirken – natürlich auch auf das Liebesleben.“

`Stellungswechsel`– die Komfortzone verlassen

Content Image

Studien zufolge tragen `Stellungswechsel` zu einem positiven Liebesleben bei und verleihen der Beziehung zudem das gewisse Etwas. Die Ergebnisse der Befragung deuten jedoch darauf hin, dass Unsicherheiten das Repertoire einschränken.

Von den mehr als 1.000 befragten Europäern und Amerikanern vermeiden 40 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer aus Unsicherheit die Stellung 69. Dabei fördert Oralverkehr, wie die Stellung 69, laut Experten die Intimität und Kommunikation zwischen Partnern.

Einer von vier Männern (26 Prozent) und eine von fünf Frauen (20 Prozent) lehnen Sex im Stehen ab.

„Selbstzweifel können das Ausprobieren neuer Stellungen erschweren. Das mangelnde Selbstvertrauen strahlt auch auf den Partner ab. Ein lockeres Gespräch, beispielsweise über die sexuellen Vorlieben, kann die Situation entspannen, Vertrauen aufbauen und sogar anregend wirken. So kann die Erkundung neuer Stellungen oder Körperregionen zu einem gemeinsamen Projekt werden“, sagt Dr. Carmen Lefèvre-Lewis.

Kopfsache – Wir sind selbst unsere größten Kritiker

Content Image

„Nur weil man selbst mit sich unzufrieden ist, heißt das nicht automatisch, dass es auch den Partner stört. Im Gegenteil, oft sind die eigenen Ängste unbegründet“, erklärt Dr. Carmen Lefèvre-Lewis.

Die Befragung zeigt, dass Selbst- und Fremdwahrnehmung häufig voneinander abweichen. Auch die Sorge um bestimmte Körperregionen, Versagensängste oder Bedenken in Bezug auf die sexuellen Präferenzen sind oft unbegründet. All das wird vom Gegenüber nur selten als tatsächliches Problem wahrgenommen.

Beispielsweise stören sich nur 8 Prozent der Frauen an einem nicht allzu perfekten Körper ihres Partners – und auch, wenn Männer hier scheinbar doppelt so genau hinschauen (19 Prozent) ist die Zahl der Kritiker deutlich geringer, als die sich sorgenden Frauen vielleicht annehmen.

Über die Hälfte der Frauen (51 Prozent) und zwei von drei Männern (66 Prozent) haben Angst, dass ihre sexuelle Performance als ungenügend empfunden wird. Doch nur etwa eine von drei Frauen (29 Prozent) und einer von drei Männern (35 Prozent) stört sich tatsächlich an der sexuellen Performance des Partners.

Dr. Carmen Lefèvre-Lewis rät daher: „Versuchen Sie, weniger an sich selbst zu zweifeln. Jeder ist schön und ein gesundes Selbstbewusstsein ist nicht nur gut für Körper und Geist, sondern auch für das Miteinander.”

Methodik

Befragt wurden 1.061 Personen, die mindestens einen Sexualpartner gehabt haben.

Verteilung nach Kontinent:

  • 49 Prozent europäisch
  • 51 Prozent amerikanisch.

Verteilung nach Geschlecht:

  • 57 Prozent Männer
  • 43 Prozent Frauen

Die Studie wurde 2018 im Auftrag von Zava durchgeführt.

Abdruck und Verwendung der Studie, Grafiken und Zitate honorarfrei unter Nennung der Quelle: www.zavamed.com/de

Weitere Quellen