Typ 2 Diabetes

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 19 Jun 2020

Typ 2 Diabetes wurde früher als Altersdiabetes bezeichnet. Wegen der zunehmend jüngeren Patienten ist diese Bezeichnung nicht mehr korrekt. Typ 2 Diabetes tritt häufig im Rahmen eines metabolischen Syndroms auf, also bei Patienten, die in der Regel wenig körperlich aktiv sind und dadurch häufig einen erhöhten BMI und Blutdruck haben. Außerdem hat man mittlerweile eine starke erbliche Komponente festgestellt.

Inhalt
typ 2 diabetes

Beim Typ 2 Diabetes kann bereits die Umstellung der Ernährung, mehr körperliche Bewegung und Gewichtsreduktion schon zu einer deutlichen Besserung der Blutzuckerwerte beitragen. Bei fortschreitender Erkrankung oder kontinuierlich hohen Blutzuckerwerten werden im Rahmen eines Stufenschemas zur Therapieerweiterung Antidiabetika und später Insulin eingesetzt.

Entstehung

Beim Typ 2 Diabetes kommt es zunächst nicht zu einer verminderten Insulinproduktion wie beim Typ 1 Diabetes. Im Gegenteil: Hier handelt es sich um eine Insulinresistenz. Das bedeutet, dass trotz ausreichender Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse die Wirkung des Insulins nicht in den Körperzellen ankommt.

Die Insulinrezeptoren der Zellen sind wahrscheinlich aufgrund genetischer Veränderungen und im Rahmen des metabolischen Syndroms weniger empfindlich für das zirkulierende Insulin. Dadurch bleibt mehr Glukose im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt.

Zusätzlich kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer Verminderung der Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse kommen.

Typische Anzeichen

Typ 2 Diabetes wird oft als Zufallsbefund bei einer Routine-Blutuntersuchung entdeckt, da die Symptome einer Insulinresistenz manchmal nur leicht ausgeprägt sind. Anzeichen für Diabetes mellitus wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind unspezifisch und können andere Ursachen haben.

Deutlichere Symptome bei stark erhöhtem Zuckerspiegel:

  • Durst und vermehrter Urinausscheidung
  • Durch Magnesiummangel bedingte Wadenkrämpfe, Sehstörungen und Juckreiz

Diese sind wie beim Typ 1 Diabetiker mögliche Anzeichen für einen erhöhten Blutzuckerspiegel.

Behandlung

Wenn mehr körperliche Aktivität, Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion keinen ausreichenden Effekt haben, wird die Diabetestherapie anhand eines Stufenschemas erweitert.

Dabei wird als 2. Maßnahme nach der Umstellung des Lebensstils das Medikament Metformin verschrieben, das die Neubildung von Glukose in der Leber verhindert und die Insulinempfindlichkeit wieder steigert, was auch bei der Gewichtsabnahme hilft.

In der 3. Stufe können zusätzlich weitere Antidiabetika verschrieben werden, die auch die Insulinproduktion anregen. Im weiteren Verlauf kann eine Therapie mit verschiedenen Insulinformen angebracht sein, um den Blutzuckerspiegel im Normalbereich zu halten.

Ist Typ 2 Diabetes heilbar?

Ja – eine Heilung ist grundsätzlich möglich. Dabei spielt vor allem die Reduktion des Körpergewichts eine entscheidende Rolle. Eine kohlenhydrat-/zuckerreduzierte Diät ist deshalb von Vorteil. Der Bereich des gesunden Körpergewichts wird mit Hilfe des BMI (Body Mass Index) berechnet.

Mit der Umstellung des Lebensstils, einer gesunden Ernährung und körperlichen Aktivität kann Typ 2 Diabetes langfristig geheilt oder zumindest der Bedarf an Medikamenten und Insulin erheblich verringert werden.

Kontrolle durch Messung

Der HbA1c ist ein Indikator für den Verlauf des Blutzuckerspiegels der letzten 3 Monate. Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten kommt es zu einer unumkehrbaren chemischen Reaktion der Glukose mit einem Molekül (HbA) in den roten Blutkörperchen. Dabei entsteht das HbA1c. Die roten Blutkörperchen zirkulieren etwa 3 Monate lang im Blut, deshalb repräsentiert die Menge des HbA1c die Höhe des Blutzuckerspiegels für diesen Zeitraum sehr gut: je häufiger der Blutzuckerspiegel erhöht war, desto höher ist der Prozentsatz des HbA1c.

Durch regelmäßige Kontrollen wird festgestellt, ob die aktuelle Therapie ausreicht oder erweitert werden muss.

Vorbeugung

Typ 2 Diabetes hat eine zwar eine starke genetische Grundlage, allerdings können ein BMI im Normalbereich und ausreichend körperliche Betätigung das Auftreten der Insulinresistenz deutlich verzögern oder auch verhindern. Gerade wenn bereits mehrmals leicht erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt wurden, kann mithilfe einer gezielten Beratung zur Veränderung des Lebensstils der fortschreitende Verlauf der Diabetes oft aufgehalten werden.

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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Artikel erschienen: 19 Jun 2020

Letzte Änderung: 19 Jun 2020

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