Corona-Antikörpertest

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 30 Jun 2020

Sie möchten wissen, ob Sie bereits am Coronavirus erkrankt waren? Ein Corona-Antikörpertest kann hier helfen. Dieser weist nicht das Coronavirus an sich nach, sondern sucht nach speziell gegen das Coronavirus gerichteten Antikörpern im Blut. Wie ein solcher Test genau funktioniert und woran Sie erkennen, ob es sich um eine zuverlässige Testmethode handelt, erfahren Sie hier.

Inhalt
Frau untersucht Blutprobe im Labor, hält eine Pipette und einen Glaskolben

Wann kann ich mich auf Antikörper testen lassen?

Positiv oder negativ? Diese Frage beschäftigt mittlerweile sehr viele Menschen in Deutschland und weltweit. Eine Antwort darauf kann ein Corona-Antikörpertest liefern. Dieser kann bereits 2-3 Wochen nach einer möglichen Erkrankung mit hoher Sicherheit eine erfolgte Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen.

Wichtig ist dabei zwischen einer akuten und einer bereits durchgemachten Infektion zu unterscheiden. Ein Corona-Antikörpertest kann Ihnen nicht sagen, ob Sie gerade am Coronavirus erkrankt sind – sondern eben nur, wenn die Infektion bereits abgeklungen ist und Antikörper gegen das Virus entwickelt wurden.

Dies liegt daran, dass das Immunsystem ca. 10-14 Tage benötigt, um Antikörper zu produzieren. Wenn Sie sich zu früh testen lassen, kann das Ergebnis eventuell falsch-negativ ausfallen. Dies bedeutet, dass Sie sich zwar mit dem Coronavirus infiziert haben, jedoch noch keine oder nicht genügend Antikörper in Ihrem Blut nachweisbar sind.

Akute Infektion: Ein PCR-Test kann Gewissheit geben

Wenn Sie gerade im Moment Symptome aufweisen, dann kann Ihnen ein sogenannter PCR-Test Gewissheit geben, ob Sie akut an SARS-CoV-2 erkrankt sind oder es sich einfach nur um eine Erkältung oder Grippe handelt.

Typische Symptome einer Coronavirus-Infektion sind:

Woher bekomme ich einen PCR-Test? / Wo kann ich einen PCR-Test durchführen lassen?

Am einfachsten lässt sich ein PCR-Test über Ihren Hausarzt oder Ihr zuständiges Gesundheitsamt durchführen. Auf der Webseite des Robert Koch-Instituts erfahren Sie, welches Amt für Ihre Region zuständig ist.

Wichtig: Im Falle einer vermuteten Coronavirusinfektion sollten Sie sichum eine Ansteckung anderer zu vermeiden – bitte immer vorab telefonisch bei Ihrer Arztpraxis oder Ihrem Gesundheitsamt anmelden.

Wie funktioniert ein Labor-Antikörpertest?

Der Antikörpertest läuft in den folgenden Schritten ab:

1. Blutentnahme

Zur Diagnose ist eine Blutprobe notwendig. Diese kann je nach Test entweder selbst von Ihnen zu Hause oder von Ihrem Hausarzt entnommen werden.

Blutabnahme beim Hausarzt

Für manche der erhältlichen Antikörpertests wird eine Blutprobe aus der Vene benötigt. Diese kann nur von medizinischem Fachpersonal entnommen werden und wird üblicherweise aus der Ellenbeuge gewonnen.

Eigenständige Blutabnahme zu Hause

Für manche Tests genügt eine kapillare Blutprobe, also die Blutentnahme am Finger. Diese kann selbstständig zu Hause entnommen werden. Das Blut wird hierbei mit Hilfe einer Lanzette aus der Fingerkuppe gewonnen, und in ein Teströhrchen gefüllt.

2. Laboranalyse

Die Blutprobe wird anschließend an ein Diagnostiklabor geschickt, welches prüft, ob Antikörper gegen das Coronavirus in Ihrer Probe enthalten sind.

3. Benachrichtigung

Sobald das Ergebnis vorliegt, werden Sie, je nachdem ob Sie sich für einen Test bei Ihrem Hausarzt oder Labor-Heimtest entschieden haben, von Ihrem Arzt oder dem Labor entsprechend informiert.

Wie lange dauert es, bis ich meine Testergebnisse erhalte?

Die Auswertung eines Antikörpertests dauert nach Ankunft im Labor in der Regel zwischen 2-3 Werktagen. Den Befund erhalten Sie meist per Post oder als E-Mail. Für genaue Zeitangaben kontaktieren Sie am besten den Anbieter direkt.

Laboranalyse zum Nachweis der Antikörper

Im Labor wird Ihre Blutprobe mit Hilfe der sogenannten ELISA (enzyme-linked immunosorbent assay) Methode auf Antikörper gegen das Coronavirus getestet. Hierzu wird Ihre Probe auf die ELISA Testplatte pipettiert, die mit Bruchstücken des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 präpariert ist. Sind in Ihrem Blut Antikörper gegen das Coronavirus enthalten, so verbinden sie sich mit den Virusbruchstücken und können mittels einer Farbreaktion sichtbar gemacht werden.

Zuverlässigkeit des Testergebnisses

Ein Antikörpertest ist zuverlässig, wenn er beim Vorliegen von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 positiv ausfällt. Fällt der Test in der Abwesenheit solcher Antikörper positiv aus, so spricht man von einem falsch-positiven Ergebnis. Als Faustregel gilt: Je geringer die Anzahl der falsch-positiven Ergebnisse, desto zuverlässiger der Test.

Die momentan in Laboren genutzten Antikörpertests haben eine Genauigkeit (Spezifität) von circa 97-98 %. Dies bedeutet: von 100 positiven Testergebnissen sind lediglich 2-3 falsch-positiv.

Was bedeuten Sensitivität und Spezifität?

Für die Verlässlichkeit der einzelnen Antikörpertests sind zwei Werte, die Empfindlichkeit (Sensitivität) und die Genauigkeit (Spezifität), entscheidend.

Sensitivität (Empfindlichkeit)

Hat ein Test eine Sensitivität von 99 %* bedeutet dies, dass 99 von 100 Infizierten korrekt identifiziert werden. Einer von 100 Infizierten erhält allerdings ein falsches Resultat (falsch-negativ): es liegt zwar eine Infektion mit dem Virus vor, der Test fällt dennoch negativ aus.

Spezifität (Genauigkeit)

Eine Spezifität von 98 %* bedeutet, dass der Test 98 von 100 Nicht-Infizierten korrekt identifiziert. Aber 2 von 100 Personen, die nicht infiziert sind, erhalten ein falsch-positives Testergebnis.

*Diese Prozentzahlen wurden beispielhaft gewählt

Bin ich immun, falls mein Test positiv ist?

Diese Frage lässt sich derzeit noch nicht eindeutig beantworten. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bislang keine Beweise dafür, dass Menschen nach überstandener Infektion vor einer zweiten Infektion mit SARS-CoV-2 geschützt sind. Experten gehen dennoch davon aus, dass genesene Patienten zumindest zeitweilig vor einer Zweitinfektion geschützt sind.

Wichtig: Bei allen der momentan auf dem Markt befindlichen Antikörpertests besteht die Möglichkeit eines falsch-positiven Ergebnisses. Dies bedeutet, dass Ihr Ergebnis positiv ausfallen kann, obwohl Sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert haben. Es ist daher wichtig, dass Sie sich auch bei einem positiven Testergebnis nicht in falscher Sicherheit wiegen, sondern weiterhin den Vorschriften der Bundesregierung zur Minimierung der Ausbreitung und Übertragung des Coronaviruses folgen.

Was passiert, wenn ich meine Testergebnisse erhalten habe?

Was bedeutet ein negatives Testergebnis?

Fällt Ihr Test negativ aus, so konnten keine Antikörper gegen SARS-CoV-2 in Ihrer Blutprobe nachgewiesen werden. Es kann somit ausgeschlossen werden, dass Sie sich in der Vergangenheit mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Wichtig: Eine akute, derzeit vorliegende Infektion mit dem Coronavirus kann mit Hilfe des Antikörpertests nicht ausgeschlossen werden. Falls Sie vermuten sich kürzlich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, oder unter Symptomen einer Coronavirusinfektion leiden, melden Sie sich bitte bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt. Auf der Seite des Robert Koch Instituts erfahren Sie, welches Amt für Ihre Region zuständig ist.

Was bedeutet ein positives Testergebnis?

Fällt Ihr Ergebnis positiv aus, so konnten Antikörper gegen SARS-CoV-2 in Ihrer Probe nachgewiesen werden. Dies bedeutet, dass Sie bereits eine Coronavirusinfektion durchlaufen haben und diese entweder bereits abgeklungen ist, oder dabei ist, abzuklingen.

Wichtig: Bei allen der momentan auf dem Markt erhältlichen Antikörpertests besteht die Möglichkeit eines falsch-positiven Ergebnisses. Ihr Ergebnis kann somit positiv ausfallen, obwohl Sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert haben. Es ist daher wichtig, dass Sie sich auch bei einem positiven Testergebnis nicht in falscher Sicherheit wiegen, sondern weiterhin den Vorschriften der Bundesregierung zur Minimierung der Ausbreitung und Übertragung des Coronaviruses folgen.

Besteht bei einem positiven Antikörpertest Meldepflicht?

Ja, denn ein positiver Antikörpertest gilt als indirekter Nachweis des Coronavirus. Wie beim PCR-Test auch werden alle positiven Ergebnisse dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Die lokalen Gesundheitsämter reichen die Meldungen dann an das Robert Koch Institut weiter.

Wie erkenne ich einen zertifizierten/legalen Test? Ist dieser Test zertifiziert/legal?

Mit der CE-Kennzeichnung bestätigen die Hersteller, dass der von ihnen in Verkehr gebrachte Coronavirus-Antikörpertest den maßgeblichen EU-Richtlinien entspricht. Allerdings ist zu beachten, dass die Tests von den Herstellern selbst zertifiziert werden, und nicht unabhängig geprüft werden. Das ist möglich, da Antikörpertests als Medizinprodukte mit niedrigem Risiko eingestuft werden, welche bis Mai 2022 keiner Validierung bedürfen.

Der Verkauf von Antikörper-Schnelltests an Endverbraucher, bei denen – ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest – innerhalb von Minuten ein Ergebnis vorliegt, ist derzeit in Deutschland gesetzlich verboten. Da es sich bei SARS-CoV-2 um eine meldepflichtige Infektionskrankheit handelt, darf laut §24 des Infektionsgesetzes die Diagnose und Behandlung, zumindest zum momentanen Zeitpunkt, nur durch Ärzte erfolgen.

Übernimmt meine Krankenversicherung die Kosten?

Ja, die Kosten eines Antikörpertests werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Allerdings müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Es muss ein begründeter Verdacht auf eine Coronavirusinfektion vorliegen, der durch einen PCR-Test alleine nicht eindeutig bestätigt werden kann. Dies könnte beispielsweise bei Personen mit sehr mildem Krankheitsverlauf der Fall sein.
  • Es müssen 2 Blutproben im Abstand von 7-14 Tagen abgegeben werden. Die zweite Probe sollte frühestens 3 Wochen nach dem Auftreten der Symptome entnommen werden.
  • Beide Blutproben müssen in demselben Labor und mit demselben Test untersucht werden.
  • Der Test muss auf IgG-Antikörper gegen das Coronavirus prüfen. Eine Untersuchung der Blutprobe auf IgA- und IgM-Antikörper wird als unzureichend empfunden.

Bitte beachten Sie: Von Ärzten durchgeführte Schnelltests sind von dieser Regelung ausgenommen und müssen weiterhin privat gezahlt werden.

Privatversicherte besprechen eine mögliche Kostenübernahme am besten mit Ihrem Versicherungsanbieter direkt.

Schnelltest vs. Labortest: Was ist der Unterschied?

Bei einem Antikörper-Schnelltest liegen die Ergebnisse schneller vor, denn es entfällt die labordiagnostische Analyse.

Der Test wird durchgeführt, indem über die Fingerspitze ein Bluttropfen entnommen wird, zu dem anschließend eine Pufferlösung hinzugegeben wird. Nach 15 Minuten kann das Ergebnis – vergleichbar mit einem Schwangerschaftstest – abgelesen werden.

Ob die Ergebnisse solcher Tests ebenso zuverlässig sind wie die eines Labortests wird derzeit untersucht. Das Paul Ehrlich Institut - Deutschlands oberstes Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel - warnt zudem vor Fälschungen dieser Tests, die oftmals im Internet angeboten werden.

Schnelltests dürfen vorläufig nur von Ärzten im Rahmen einer Sprechstunde durchgeführt werden. Eine Abgabe an Privatpersonen ist derzeit, unter anderem wegen der noch unklaren Verlässlichkeit der Tests, gesetzlich untersagt.

Bitte beachten Sie: "Schnell" ist nicht mit "früh" zu verwechseln. Ein Coronavirus-Antikörper-Schnelltest ist – wie auch der ELISA-Test – keine Methode zum Nachweis einer akuten Coronavirus-Infektion. Ein Schnelltest sollte genauso wie ein Labortest frühestens 2-3 Wochen nach dem Auftreten von Symptomen durchgeführt werden. So ist es dem Körper möglich, genügend Antikörper für ein zuverlässiges Ergebnis zu bilden.

Was tun bei einer akuten Infektion?

Wenn Sie akute Symptome einer Coronavirusinfektion aufweisen, raten wir zu einem PCR-Test. Ein PCR-Test prüft auf das Virus selbst, indem es dessen Erbgut, vereinfacht gesagt, millionenfach kopiert und durch eine farbliche Markierung sichtbar macht. So kann eine aktuelle Infektion zum Zeitpunkt der Untersuchung zuverlässig bestätigt werden.

Sie können einen PCR-Test entweder bei Ihrem Hausarzt oder dem zuständigen Gesundheitsamt durchführen. Falls Sie unsicher sind, welches Amt für Sie zuständig ist können Sie dieses auf der der Webseite de Robert Koch-Instituts anhand Ihrer Postleitzahl ermitteln.

Wichtig: Bitte suchen Sie Ihren Hausarzt oder Ihr Gesundheitsamt nicht unangemeldet auf, sondern melden Sie sich im Vorfeld telefonisch an, um eine Ansteckung anderer Personen zu vermeiden.

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Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin bei Zava. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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Artikel erschienen: 30 Jun 2020

Letzte Änderung: 30 Jun 2020

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