Ernährung bei Diabetes

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 19 Jun 2020

Bei jedem Diabetes-Typ spielt eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung eine wichtige Rolle. Entscheidend ist dabei, ob in der Therapie eine Insulingabe erfolgt (Typ 1) oder nicht (Typ 2 im frühen Stadium). Ein Typ 2 Diabetiker, der aufgrund eines fortgeschrittenen Stadiums der Erkrankung bereits auf Insulin angewiesen ist, sollte ebenfalls die Regeln für eine insulinabhängige Ernährung beachten.

Inhalt
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Ernährungsberatung

Eine Ernährungsberatung berücksichtigt immer das individuelle Krankheitsbild und erfolgt in der Regel nicht standardisiert. Bei der Ernährungsberatung sollte berücksichtigt werden, welche zusätzlichen Therapiemaßnahmen erfolgen und welcher Diabetes Typ vorliegt. Beim Typ 1 Diabetes, der immer mit Insulin behandelt wird, ist entscheidend, wie häufig gespritzt wird (konventionelle oder intensive Therapieform) oder ob eine Insulinpumpe eingesetzt wird. Für Typ 2 Diabetiker im frühen Stadium gelten allgemeinere Regeln zur gesunden Ernährung und vor allem Gewichtsreduktion.

Wichtig sind vor allem die Häufigkeit der Mahlzeiten, besonders bei der konventionellen Therapie. Bei der Basis/Bolus-Therapie sind keine Zwischenmahlzeiten mehr nötig. Bei der Nährstoffzusammensetzung muss dabei der Anteil von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß beachtet werden. Ernährungsberater klären den Patienten auf, was die einzelnen Nahrungsbestandteile überhaupt sind, wie sie im Körper verstoffwechselt werden und welche Rolle das Insulin dabei spielt.

Nährstoffzusammensetzung

Die wichtigsten Nährstoffe unserer Nahrung sind Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß. Bei den Kohlenhydraten gibt es lang- und kurzkettige Varianten. Alle Kohlenhydrate werden insulinabhängig in die Zellen aufgenommen und spielen deshalb beim Diabetes eine besonders wichtige Rolle. Langkettige Kohlenhydrate sind in Getreide oder Kartoffeln, sowie Gemüse enthalten und werden langsamer verdaut. Vor allem Vollkornprodukte, die viele unverdauliche Ballaststoffe enthalten, sollten Sie bevorzugen. Langkettige Kohlenhydrate werden zunächst aufgespalten und dann erst aufgenommen. Deshalb benötigt der Körper länger für deren Verdauung und der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam, aber kontinuierlich. Kurzkettige Kohlenhydrate Schecken meist süß. Zucker besteht ausschließlich aus kurzkettigen Kohlenhydraten. Auch in Obst oder andere zuckerhaltige Süßigkeiten und Honig enthalten viele kurzkettige Kohlenhydrate. Sie erhöhen den Blutzucker schnell, ohne ihn dabei zu stabilisieren.

Empfohlen wird eine Ernährung mit einem Anteil von etwa 55 bis 60 Prozent an Kohlenhydraten, dabei sollten diese bevorzugt langkettig sein. Die Zusammensetzung sehen Sie auf der Verpackung der Lebensmittel. Für Lebensmittel, wie Obst und Gemüse gibt es in Online-Tabellen gute Richtwerte.

Fette und Eiweiß werden nicht insulinabhängig verdaut. Sie spielen deshalb eine untergeordnete Rolle bei der Ernährung von Diabetikern. Der Anteil an Fetten sollte etwa 25 Prozent ausmachen, der Eiweißanteil ungefähr 15 bis maximal 20 Prozent. Bei den Fetten sollten Sie generell eher pflanzliche Fette verwenden, da diese ungesättigt sind und vom Körper nicht selbst hergestellt werden können.

Welche Lebensmittel meiden?

Die Ernährung für Diabetiker erscheint Ihnen am Anfang vielleicht etwas kompliziert, allerdings gewöhnt man sich schnell an die Umstellung. Mit ein wenig Wissen und Übung können Sie den Anteil der Nährstoffe gut einschätzen und es wird immer einfacher, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Auch an den Verzicht auf Süßigkeiten und tierische Fette gewöhnen Sie sich allmählich. Wichtig ist dabei, dass kein Lebensmittel komplett verboten sein sollte. Sinnvoll ist ab und zu eine kleine Menge bestimmter Süßigkeiten, bei der Insulintherapie einzuplanen. Typ 2 Diabetiker, die noch kein Insulin brauchen, sollten versuchen, den Anteil an kurzkettigen Kohlenhydraten so gering wie möglich zu halten. Das ist auch hinsichtlich der Reduktion des Körpergewichts empfehlenswert. Der Sättigungseffekt von langkettigen Kohlenhydraten ist nämlich wesentlich höher, was das Abnehmen unterstützen kann.

Alkoholische Getränke

Der Zusammenhang zwischen Alkohol und Blutzuckerspiegel ist relativ komplex, aber mittlerweile gut erforscht. Alkohol senkt den Blutzuckerspiegel, da er die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen fördert. Gleichzeitig verhindert er die Neubildung von Zucker aus den Zellspeichern. Deshalb kann der Konsum von Alkohol ohne eine gleichzeitige Mahlzeit auch bei Gesunden eine leichte Unterzuckerung auslösen. Bei Diabetikern kann bereits der Genuss geringer Alkoholmengen zu einer lebensgefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) führen.

Weshalb Diabetikern generell ein möglichst geringer Alkoholkonsum empfohlen wird. Wird Alkohol getrunken, sollte ein Diabetes Patient immer darauf achten, dass dazu ausreichend kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Brot oder Pasta verzehrt werden. Die Hypoglykämie kann auch erst einige Stunden nach Alkoholkonsum auftreten, wenn der Kohlenhydratspeicher aufgebraucht ist.

Anpassung der Ernährung an die Insulingaben

Die Häufigkeit der Mahlzeiten muss beim Diabetiker an das jeweilige Insulinschema angepasst werden. Die verschiedenen Therapien unterscheiden sich in erster Linie darin, wie häufig das Insulin genommen wird und ob es sich dabei um lang- oder kurzwirksame Insulinformen handelt.

Bei der konventionellen Insulintherapie wird nur 2 Mal täglich Insulin gespritzt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus unterschiedlich lang wirksamen Insulinen. So wird für die erfolgte Mahlzeit ausreichend Insulin zur Regulation des Blutzuckerspiegels bereitgestellt. Zum anderen reicht die Insulindosis über den Tag hinweg normalerweise aus. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Nahrungsaufnahme nicht nur zu den Hauptmahlzeiten erfolgt. Optimalerweise kommt man bei dieser Therapieform auf 2 oder sogar 3 zusätzliche kleine Zwischenmahlzeiten, um den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten. Typ 2 Diabetiker müssen dabei allerdings insgesamt beachten, dass die Mahlzeiten nicht zu üppig ausfallen, um die Gewichtsabnahme zu unterstützen.

Wird eine intensivierte Insulintherapie, das sogenannte Basis-/Bolus-Schema, angewendet, ist es besonders wichtig, den Blutzuckerspiegel im Blick zu haben. Hierbei wird nämlich neben einem langwirksamen Insulin, zu den Mahlzeiten blutzuckerabhängig Normalinsulin in die Bauchdecke gespritzt. Bei der intensivierten Insulintherapie sind Zwischenmahlzeiten, streng genommen, überflüssig. Allerdings ist es besonders zu Beginn der Therapie relativ aufwendig, den Insulinbedarf für jede Mahlzeit einzuschätzen. Das ist aber Übungssache und wird von den meisten Patienten schnell gelernt.

Beachtet Sie bei jeder Form der Therapie die Zusammensetzung der Nährstoffe, um eine optimale Wirkung des Insulins zu gewährleisten.

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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Artikel erschienen: 19 Jun 2020

Letzte Änderung: 19 Jun 2020

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