Durchfall und Erbrechen

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 29 Mai 2020

Durchfall und Erbrechen können bei Babys, Kindern oder Erwachsenen auftreten. Sie werden normalerweise durch Magen-Darm-Infekte verursacht und bessern sich meist nach ein paar Tagen. Manchmal treten die Symptome gemeinsam auf, in anderen Fällen nur einzeln. Interessanterweise entscheidet unser Brechzentrum im Gehirn, ob uns übel wird und unser Körper mit Brechreiz reagieren soll. Die Signale, eine Art Schutzreflex, kommen vom Verdauungstrakt, der dem Gehirn meldet, wenn wir beispielsweise etwas Falsches gegessen haben.

Inhalt
durchfall und erbrechen

Behandlung

Sie können sich, Ihr Kind oder andere Familienangehörige zunächst zu Hause behandeln. Dabei ist es vor allem wichtig, ausreichend viel zu trinken, um einer Dehydrierung, also einem Flüssigkeitsmangel, vorzubeugen. Dehydrierung macht sich meist durch Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, trockene Haut, dunklerem Urin und Konzentrationsschwäche bemerkbar.

Das können Sie tun:

  • Viel Ruhe und wenn möglich zu Hause bleiben.
  • Ausreichend viel trinken, zum Beispiel Wasser, Tee (Kamille beruhigt den Verdauungstrakt) oder verdünnte Fruchtsäfte – bei Übelkeit in kleinen Schlucken.
  • Sie können Säuglinge weiterhin stillen oder die Flasche geben. Falls das zu Erbrechen führt, versuchen sie es mit kleineren Portionen über den Tag verteilt.
  • Bekommt ihr Baby Milchpulver oder feste Nahrung, geben Sie ihm zwischen den Mahlzeiten kleine Schlucke Wasser zu trinken.
  • Statt großen, für den Verdauungstrakt belastenden Mahlzeiten, empfehlen sich eher kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt. Reis mit gedünstetem Gemüse wird dabei meist gut vertragen.
  • Nehmen Sie z.B. Paracetamol gegen Schmerzen. Für Kinder und Jugendliche gibt es Paracetamol auch als Saft oder Zäpfchen, was der besseren Dosierung dient, da diese bei Kindern stark vom Körpergewicht abhängt. Lesen Sie die Packungsbeilage also sorgfältig, da es sonst zu einer gefährlichen Überdosierung kommen kann.

Was Sie vermeiden sollten:

  • Vermeiden Sie Obst und kohlensäurehaltige Getränke, diese können Durchfall verschlimmern.
  • Auch Alkohol, Zigaretten, stark gezuckerte Getränke, z.B. Fruchtsäfte, Energydrinks oder Limonade sollten Sie eher meiden.
  • Milchpulver für Ihr Baby sollte nicht verdünnt werden. Bleiben Sie bei der gewohnten Konsistenz und Dosierung.
  • Verabreichen Sie Kindern unter 12 Jahren keine durchfallhemmenden Medikamente.
  • Verabreichen Sie Kindern unter 12 Jahren kein Aspirin, da die Gefahr eines Reye-Syndroms, das Gehirn und Leber lebensgefährlich schädigen kann, besteht.

Dauer

Bei Erwachsenen und Kindern:

  • Durchfall hört gewöhnlich nach 5 bis 7 Tagen auf.
  • Erbrechen tritt in der Regel an 1 bis 2 Tagen auf.

Magen-Darm-Infekte

Bei plötzlicher Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, handelt es sich häufig um eine hochansteckende Magen-Darm-Grippe. Die Ansteckungsgefahr variiert, je nachdem welcher Erreger die Beschwerden ausgelöst hat. Selbst wenn die Symptome bereits abgeklungen sind, finden sich die Erreger teilweise noch im Stuhl und es besteht weiterhin Ansteckungsgefahr. Achten Sie daher auf Hygiene.

Gehen Sie nicht zur Arbeit oder in die Schule, bevor Erbrechen und Durchfall nicht für mindestens 2 Tage ausgeblieben sind, da Sie in diesem Zeitraum möglicherweise noch ansteckend sind.

Vorbeugung

So können Sie helfen, Ansteckungen zu vermeiden:

  • Häufiges Händewaschen: 30 Sekunden mit Seife unter fließendem Wasser. Benutzen Sie anschließend ein separates Handtuch, das nur Sie selbst verwenden oder Einweghandtücher.
  • Waschen Sie mit Fäkalien oder Erbrochenem beschmutzte Kleidung und Bettwäsche separat und im Heißwaschgang (bei mindestens 60°C).
  • Reinigen Sie Toilettensitze, die Spültaste Ihrer Toilette, Wasserhähne, Türklinken und Badezimmeroberflächen am besten täglich.

Vermeiden Sie:

  • Wenn möglich, bereiten Sie als Infizierter kein Essen für andere zu.
  • Teilen Sie keine Handtücher, Badetücher, Besteck oder Geschirr mit anderen.
  • Benutzen Sie keine öffentlichen Schwimmbäder, bis die Symptome nicht für ein paar Tage abgeklungen sind. Trotz Chlorierung kann man sich gerade bei geschwächtem Immunsystem in Schwimmbädern leicht anstecken. Auch Infektionen, die noch nicht vollständig abgeklungen sind, können so weitergeben werden.

Hilfe durch die Apotheke

Ihre Apotheke kann helfen, wenn:

  • Sie bei sich oder ihrem Kind (älter als 5 Jahre) Anzeichen einer Dehydrierung feststellen: Dazu zählen u.a. dunkler und stark riechender Urin, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, trockene Haut und Konzentrationsschwäche.
  • Sie den Durchfall für ein paar Stunden stoppen müssen.

Dort wird man Ihnen folgendes empfehlen:

  • Oral einzunehmende Elektrolyte (gegen Flüssigkeitsverlust) in Pulverform, die sie in Wasser auflösen und trinken können. Elektrolyte sind Mineralstoffe wie Magnesium, Natrium, Phosphor oder Calcium. Sie regeln verschiedene Stoffwechselvorgänge, u.a. den Wasserhaushalt und pH-Wert im Blut. Bei Durchfall und Erbrechen verliert der Körper diese wichtigen Stoffe, weshalb sie zugeführt werden sollten.
  • Medikamente, die den Durchfall ein paar Stunden lang stoppen (zum Beispiel Loperamid). Diese sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet!

Wann zum Arzt

Bitte wenden Sie sich umgehend an einen Arzt, wenn:

  • die Symptome bei Kleinkindern unter 12 Monaten auftreten.
  • Ihr erkrankter Säugling die Brust oder Flasche verweigert.
  • Ihr erkranktes Kleinkind (unter 5 Jahre alt) Anzeichen einer Dehydrierung zeigt, zum Beispiel weniger nasse Windeln als gewöhnlich.
  • Ihr erkranktes Kind (älter als 5 Jahre) auch nach Verabreichung von Elektrolyten immer noch Anzeichen einer Dehydrierung aufweist.
  • Ihnen oder Ihrem Kind durchgehend übel ist und auch Flüssigkeiten wie Tee oder Wasser wieder erbrochen werden.
  • Sie bei sich selbst oder ihrem Kind Blut im Stuhl oder am Anus vorfinden.
  • Durchfall länger als 7 Tage andauert oder Erbrechen an mehr als 2 Tagen statt findet.

Achtung: In diesen Fällen müssen Sie sofort handeln! Rufen Sie einen Notarzt oder gehen Sie in die Notaufnahme eines Krankenhauses, wenn:

  • Sie oder Ihr Kind Blut erbrechen oder das Erbrochene wie Kaffeesatz aussieht.
  • das Erbrochene hellgrün oder gelb ist.
  • Sie vermuten, dass eine Vergiftung vorliegt.
  • der Hals steif ist und Lichtempfindlichkeit auftritt.
  • Sie oder Ihr Kind plötzlich starke Kopf- oder Bauchschmerzen bekommen.

Ursachen

Vermutlich wissen Sie nicht genau, was Ihre Symptome verursacht hat. Das macht nichts, denn die Hauptursachen werden in der Regel ähnlich behandelt.

Zu den Hauptursachen gehören:

  • Magen-Darm-Entzündung (bakterielle Gastroenteritis)
  • Noroviren
  • Lebensmittelvergiftung (z. B. durch Salmonellen)

Andere mögliche Ursachen sind:

  • Nebenwirkungen von Arzneimitteln. Überprüfen Sie die Packungsbeilage.
  • Lebensmittelunverträglichkeit oder Lebensmittelallergie
  • Reizdarmsyndrom
  • Entzündliche Darmerkrankung
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
  • Divertikulose (Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand)

Erbrechen kann auch folgende Ursachen haben:

  • Schwangerschaft
  • Migräne
  • Innenohrentzündung
  • Arzneimittelnebenwirkungen (Überprüfen Sie die Packungsbeilage.)
  • Reflux (Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre. Bei Säuglingen normal und als Bäuerchen bekannt)
  • Andere Entzündungen, z.B. Blasenentzündung
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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Artikel erschienen: 29 Mai 2020

Letzte Änderung: 29 Mai 2020

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