Informationen für Bluthochdruck-Patienten

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 15 Apr 2020

Menschen mit Bluthochdruck sind stärker durch eine Coronavirus-Infektion gefährdet als Gesunde. Der Grund: Bluthochdruck erhöht die Wahrscheinlichkeit für Herzkrankheiten. Ein geschwächtes Herz wiederum kann durch die zusätzliche Belastung einer viralen Infektion schnell überfordert werden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Risiko für einen schweren Infektionsverlauf möglichst gering halten.

Inhalt

Regelmäßig Blutdruck messen!

Angesichts der derzeitigen Infektionsgefahr werden zwischenmenschliche Kontakte auf ein Minimum reduziert. Davon betroffen ist auch die routinemäßige Blutdruckmessung in der Arztpraxis oder Apotheke. Die gute Nachricht: Sie können Ihren Blutdruck ganz einfach und bequem selbst messen!

Die Qualität der Blutdruckmessung wird dadurch keinesfalls gesenkt. Im Gegenteil, die Selbstmessung ist oftmals aussagekräftiger, als eine Messung beim Arzt. Denn die Nervosität und Anspannung, die viele Menschen bei der ärztlichen Messung verspüren, kann den Blutdruck künstlich in die Höhe treiben. Das ist ganz normal und als sogenannter „Weißkitteleffekt“ bekannt.

Es kommt aber auch vor, dass der Praxisblutdruck unter den tatsächlichen Werten liegt. Dieser Effekt wird auch „maskierte Hypertonie“ genannt. Ohne regelmäßige Messung bleiben die zu hohen Werte unentdeckt und unbehandelt, was gefährlich sein kann.

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt folgende Vorgehensweise:

  • Messen Sie Ihren Blutdruck eine Woche im Monat – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Am besten einmal morgens und abends in Ruhe.
  • Tragen Sie die Werte in Ihr Blutdruck-Tagebuch ein. Bei Bedarf können Sie das Blutdrucktagebuch der Deutschen Hochdruckliga hier herunterladen.
  • Nach drei Monaten übermitteln Sie die Meßwerte Ihrem Arzt oder legen sie beim Praxisbesuch vor.
  • Ihr Arzt prüft den Verlauf und meldet sich telefonisch, falls eine Dosisanpassung oder Therapieumstellung erforderlich ist.
  • Sie können alternativ auch Apps zur Meßwerterfassung einsetzen. Wichtig ist hierbei, dass das Meßprotokoll eingehalten wird.

Falls Sie noch kein eigenes Blutdruckmessgerät besitzen, finden Sie hier eine Liste der von der DHL auf Messgenauigkeit geprüften Blutdruckmessgeräte.

Sollten Sie Fragen zur korrekten Blutdruckmessung haben, besuchen Sie unsere Seite Blutdruckmessung. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Blutdruck richtig selbst messen.

Muss ich die Therapie mit ACE-Hemmern oder Sartanen absetzen?

Nein. Experten raten, die Therapie mit ACE-Hemmern und Sartanen wie gewohnt fortzuführen. Keinesfalls sollten Sie eine medikamentöse Behandlung eigenmächtig abbrechen, oder die Dosis reduzieren, ohne dies mit Ihrem Arzt abzustimmen. Gerade bei Hochrisikopatienten kann es ansonsten in der Folge zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommen.

Die derzeitige Verunsicherung stemmt von zwei Veröffentlichungen in den renommierten Fachjournalen Nature Reviews Cardiology und The Lancet Respiratory Medicine. In diesen wird spekuliert, die Einnahme von ACE-Hemmern und Sartanen zur Blutdrucksenkung könne die Anfälligkeit für eine Infektion mit SARS-CoV-2 erhöhen.

Die Vermutung beruht auf der Tatsache, dass SARS-CoV-2 das Enzym ACE2 zum Eintritt in unseren Körper nutzt. Viele unserer Organe, beispielsweise Lunge, Niere, Herz und Darm, ‘präsentieren’ ACE2 an ihrer Zelloberfläche und bieten dem Virus somit quasi eine Eintrittspforte. Die derzeitige Vermutung, dass ACE-Hemmer und Sartane eine Infektion begünstigen könnten, basiert auf der Beobachtung, dass die Zahl der ACE2 ‘Eintrittspforten’ unter der Therapie mit ACE-Hemmern und Sartanen ansteigt. Somit würden dem Virus theoretisch mehr ‘Türen’ zum Eintritt in unseren Körper zur Verfügung stehen.

Jedoch ist zu berücksichtigen, dass ACE2 auch in löslicher Form in unserem Blut vorkommt, wo es sozusagen als ‘Köder’ fungieren und den Virus ‘abfangen’ kann. Eine Erhöhung des ACE2 Gehalts könnte sich also durchaus auch positiv auf die Infektionsanfälligkeit mit SARS-CoV-2 auswirken. Ob ACE-Hemmer und Sartane eine Infektion mit SARS-CoV-2 also tatsächlich begünstigen ist momentan, auch aufgrund der begrenzten Datenlage, noch offen.

Belegt ist hingegen der schützende Effekt von ACE-Hemmern und Sartanen bei schwerem Lungenversagen, dem sogenannten Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS). Sowohl eine Erhöhung von ACE2, als auch eine Blockade von ACE (wie sie beispielsweise durch ACE-Hemmer und Sartane erreicht wird), wirkt sich positive auf den Verlauf von ARDS aus.

Professor Dr. Florian Limbourg, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga (DHL) betont: „Blutdrucksenker können bei schweren Verläufen Leben retten. Der jetzige Kenntnisstand rechtfertigt also keinesfalls, Blutdrucksenker abzusetzen.”

Wenn Sie weiterhin verunsichert sind oder noch Fragen haben, schicken Sie uns kostenfrei eine Nachricht oder sprechen Sie mit ihrem behandelnden Arzt.

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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 15 Apr 2020

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