Coronavirus & Asthma: Bin ich Risikopatient?

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 21 Apr 2020

Als Asthmapatient hängt Ihr Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Coronavirusinfektion von verschiedenen Faktoren ab. Erfahren Sie hier mehr zu Ihrem individuellem Risiko, ob eine Umstellung Ihrer Asthmatherapie sinnvoll ist und wie Sie sich im Falle einer Infektion am besten verhalten.

Inhalt

Bin ich als Asthmatiker stärker gefährdet?

Gut eingestellte Asthmapatienten, die unter Therapie keine Symptome zeigen, haben kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Voraussetzung ist allerdings, dass die Asthmatherapie nicht unterbrochen wird und Medikamente regelmäßig eingenommen bzw. angewendet werden.

Anders verhält es sich bei Asthmapatienten, die trotz regelmäßiger Therapie noch Beschwerden haben. Diese Patienten sind wahrscheinlich etwas gefährdeter als Gesunde. Ein höheres Risiko haben auch ältere Menschen mit sehr schwerem Asthma sowie Patienten, die zur Asthmakontrolle auf die regelmäßige Einnahme von Kortisontabletten angewiesen sind.

Kann ich meine Asthmatherapie wie gewohnt fortführen?

Ja. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) bezieht hier eindeutig Stellung: Patienten mit gut eingestelltem Asthma sollen die Therapie, insbesondere auch eine Therapie mit inhalierbaren Kortison-Sprays (inhalierbare Korticosteroide; ICS), uneingeschränkt fortführen. Diese Empfehlung gilt sowohl für Kinder als auch Erwachsene.

Kortison-Sprays sind zentrale Bestandteile der Asthmabehandlung, denn sie wirken antientzündlich und dämpfen die körpereigene Abwehr. Sie regulieren somit unser Immunsystem herunter, und dies, befürchten manche, könne die Infektionsgefahr erhöhen.

So riet Virologe Prof. Dr. med. Christian Drosten in einem Podcast vom 13. März 2020 Asthmapatienten von der Einnahme kortisonhaltiger Asthmamedikamente ab. Stattdessen solle mit dem behandelnden Arzt der Wechsel auf ein Medikament, welches das Immunsystem weniger stark angreift, besprochen werden.

Die DGP rät von einem Medikamentenwechsel bei gut eingestellten Asthma jedoch eindeutig ab. „Die Gefahr, dass sich das Asthma dadurch in bedrohlicher Weise verschlechtert und (ansonsten unnötige) Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte erforderlich macht – einschließlich möglicher Kontakte mit COVID-19-Patienten – sei für den einzelnen Asthmapatienten wesentlich bedrohlicher als ein mögliches, gleichwohl unbelegtes Risiko einer Förderung der Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-Cov-2).”

Gibt es besondere Anweisungen für unregelmäßig therapierte Asthmatiker?

Wenn Sie bislang nur ab und an ein Kortison-Spray zur Therapie Ihres Asthmas verwendet haben, sollten Sie dies nun regelmäßig tun. Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers rät: „Asthmapatienten, die bisher nur unregelmäßig Ihre Basistherapie mit inhalierbarem Kortison (allein oder in der fixen Kombination mit einem langanhaltenden, bronchienerweiternden Wirkstoff, abgekürzt LABA) genommen haben, sollten jetzt unbedingt regelmäßig Kortison-Spray inhalieren und darauf achten, dass sie vollkommen beschwerdefrei sind, also die Atemwege offen sind und kein Husten und keine Atemnot besteht.“

Wichtig: Sollten trotz angepasster Therapie weiterhin Asthmasymptome auftreten, so wenden Sie sich bitte telefonisch an Ihren Arzt, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Was soll ich bei vermuteter Coronavirusinfektion tun?

Wenn Sie eine Coronavirusinfektion bei sich vermuten, melden Sie sich telefonisch bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt oder ihrem behandelnden Arzt, um das weitere Vorgehen gemeinsam zu besprechen. Ihr zuständiges Gesundheitsamt können Sie hier mit Hilfe des Robert Koch Instituts ermitteln.

Zusätzlich rät Dr. med. Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien in Moers:

„Erleiden Asthmatiker gleichzeitig zu den Anzeichen einer Coronainfektion eine Verschlimmerung ihrer asthmatischen Beschwerden, sollten sie rasch die für den Notfall vereinbarten Kortisontabletten einnehmen. Stellt sich trotzdem keine Besserung ein, ist Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen. Falls sich die Auswurfsymptomatik ändern sollte, wenn also beim Husten insbesondere ein gelblicher oder grünlicher Auswurf beobachtet werden sollte, ist es ratsam ein Antibiotikum einzunehmen.“

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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 21 Apr 2020

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