Die Antibabypille: Sicherer Schutz vor einer Schwangerschaft

Die Antibabypille ist ein Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung und zählt zu den hormonellen Verhütungsmethoden.

Letzte Aktualisierung: 08 Apr 2019

Junge Frau mit verschiedenen Pillenblistern in ihrer Hand.
Inhalt

Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel Deutschlands – 56 Prozent aller Frauen, die verhüten, nehmen die Antibabypille ein.

Zudem wird sie auch bei starken und schmerzhaften Monatsblutungen, prämenstruellem Syndrom und Endometriose verschrieben. Bei Akne und Hautproblemen können manche Pillen eine Verbesserung des Hautbildes bewirken.

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Wie wirkt die Antibabypille?

Die Antibabypille unterdrückt den Eisprung und verdickt zusätzlich den Schleim im Gebärmutterhals. Das erschwert den Spermien die Gebärmutter zu erreichen. Außerdem verändert die Pille die Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle nur sehr schwer einnisten kann. Bei korrekter Einnahme verhindern alle Arten von Antibabypillen eine Schwangerschaft mit 99-prozentiger Sicherheit. Auch im Vergleich mit anderen gängigen Verhütungsmethoden ist die Pille – gemessen am sogenannten Pearl-Index – mit einem Wert zwischen 0,1 und 0,9 sehr effektiv. Der Pearl-Index sagt aus, wie viele von 1000 Frauen, die das selbe Verhütungsmittel nehmen, innerhalb eines Jahres schwanger werden. Im Falle der Antibabypille sind das zwischen eine und neun Frauen.

Welche unterschiedlichen Pillenarten gibt es?

Antibabypillen lassen sich in Kombinationspillen und Minipillen unterteilen. Mikropillen sind eine niedrig dosierte Form der Kombinationspille. Die Pille danach ist zwar auch eine Verhütungspille, dient aber nur als Notfallmedikament.

Kombinationspille

Kombinationspillen enthalten immer zwei synthetisch hergestellte Sexualhormone aus den Klassen der Östrogene und Gestagene. Als Östrogen ist meist Ethinylestradiol enthalten und als Gestagen vor allem Levonorgestrel, Desogestrel oder Drospirenon. Es gibt einphasige und mehrphasige sowie mehrstufige Kombinationspillen. Bei Einphasenpräparaten bleibt der Gehalt der Hormone über den gesamten Zyklus konstant. Bei Mehrphasen- und Mehrstufenpräparaten variiert der Gehalt an Östrogen und Gestagen innerhalb des Zyklus. Die Tabletten eines Blisters müssen deshalb in der richtigen Reihenfolge eingenommen werden.

Mikropille

Eine Mikropille ist eine Kombinationspille, die einen besonders niedrigen Östrogengehalt von unter 50 Mikrogramm aufweist. Es sind die gleichen Hormone enthalten wie bei den Kombinationspillen. Mikropillen wirken genauso gut wie höher dosierte Pillen, verursachen aber deutlich weniger Nebenwirkungen. Heutzutage gehören die meisten angewendeten Kombinationspillen zu den Mikropillen.

Minipille

Minipillen enthalten entweder das Gestagen Levonorgestrel oder Desogestrel, aber kein Östrogen. Sie werden ohne Pillenpause durchgenommen. Im Gegensatz zu Kombinationspräparaten wird aufgrund des fehlenden Östrogens der Eisprung nicht zusätzlich unterbunden – einzige Ausnahme sind höherdosierte desogestrelhaltige Pillen. Das Risiko trotz Einnahme der Minipille schwanger zu werden ist deshalb mit einem Pearl-Index von 0,5 - 3 höher als bei der Kombinationspille. Dafür fallen bestimmte Nebenwirkungen wie das Thromboserisiko geringer aus.

Minipillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel sollten immer möglichst zur selben Uhrzeit eingenommen werden. Die Abweichung darf hier maximal drei Stunden betragen, andernfalls ist der empfängnisverhütende Schutz beeinträchtigt. Bei Präparaten mit Desogestrel beträgt das Zeitfenster wie bei Kombinationspillen hingegen 12 Stunden. Sind mehr als drei beziehungsweise 12 Stunden vergangen, müssen Sie in den nächsten sieben Tagen zusätzlich verhüten.

Verhütungsringe und Verhütungspflaster

Neben den Präparaten in Tablettenform gibt es zudem hormonell wirkende Verhütungsringe und Verhütungspflaster. Sie wirken ähnlich wie die Kombinationspillen und unterscheiden sich hauptsächlich in der Art ihrer Anwendung. Der Verhütungsring wird ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingesetzt und gibt über drei Wochen Hormone ab. Beim Verhütungspflaster wird an drei aufeinander folgenden Wochen für jeweils eine Woche ein Pflaster auf die Haut geklebt, welches die Hormone freisetzt. Bei beiden Methoden wird im Anschluss, wie beim Einnahmeschema 21 + 7 der Pille, eine einwöchige Pause eingelegt.

Pille danach

Die Pille danach ist ein Arzneimittel zur Notfallverhütung und somit nicht für die regelmäßige Verhütung gedacht. Die Pille danach sollte nur genutzt werden, wenn die Verhütung vergessen wurde oder unzureichend war. Mit PiDaNa und ellaOne sind derzeit zwei verschiedene Produkte auf dem Markt. Abhängig vom Präparat kann diese Form der Notfallverhütung noch bis zu 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr angewendet werden. Es gilt jedoch, je früher das Medikament eingenommen wird, desto sicherer kann es eine Schwangerschaft verhindern.

Welche unterschiedlichen Einnahmeschemata der Antibabypille gibt es?

Die gängigsten Einnahmeschemata sehen die Einnahme von 21 oder 28 Filmtabletten pro Zyklus vor.

Bei Kombinationspräparaten erfolgt nach Einnahme der 21 Tabletten eine siebentägige Pause, in der die Regelblutung einsetzt. Um Anwendungsfehler zu vermeiden, bieten einige Pillenhersteller auch Präparate mit 28 Filmtabletten an – wobei jeweils sieben Tabletten eines Blisters keinen Wirkstoff enthalten. Diese wirkstofffreien Tabletten ersetzen die siebentägige Pause. Sie sind farblich markiert und machen es leichter auch im neuen Zyklus an die regelmäßige Einnahme zu denken.

Bei Minipillen erfolgt im Gegensatz zu Kombinationspillen keine Pillenpause. Das bedeutet, dass die Minipille jeden Tag eingenommen werden muss, um die Wirkung aufrechtzuerhalten. Ein Blister enthält 28 wirkstoffhaltige Filmtabletten. Ist dieser aufgebraucht wird ohne Unterbrechung direkt mit der neuen Pillenpackung begonnen.

Des Weiteren ist es möglich, nach Absprache mit dem Arzt, einige Kombinationspräparate auch ohne Pause mehrere Monate durchzunehmen. Dadurch wird die Regelblutung in diesem Zeitraum verhindert. Oft wird empfohlen, nach drei in Folge genommenen Blistern eine siebentägige Pause einzulegen. Für den Langzeitzyklus eignen sich besonders niedrig dosierte Einphasenpräparate, sogenannte Mikropillen.

Welche Pille eignet sich für mich am besten?

Welche Antibabypille am besten vertragen wird, unterscheidet sich von Frau zu Frau. Bestimmte Pillen helfen zudem mit anderen Problemen. Beispielsweise eignen sich Belara oder Maxim besonders für Akne-Patientinnen, während Yasmin Wassereinlagerungen und somit eine Gewichtszunahme verhindern kann.

Pillen mit niedrigem Östrogengehalt sind schonender für den Körper, führen aber auch häufiger zu Zwischen- und Schmierblutungen. Mehrphasige beziehungsweise mehrstufige Kombinationspillen, wie zum Beispiel Qlaira, sollten nur Patientinnen verwenden, die sich sicher sind, immer die richtige Pille am richtigen Tag einzunehmen. Minipillen können eine Alternative für Patientinnen sein, die ein erhöhtes Thromboserisiko haben oder starke Nebenwirkungen durch östrogenhaltige Pillen verspüren. Zudem können östrogenfreie Präparate auch während der Stillzeit angewendet werden.

Wie nehme ich die Pille ein und was gibt es zu beachten?

Die Einnahme der Pille sollte jeden Tag zur gleichen Zeit erfolgen. Ein Blister enthält die Tabletten für jeweils einen Zyklus, der 28 Tage dauert. Bei Präparaten mit nur 21 Tabletten pro Blister legen Sie nach dreiwöchiger Einnahme eine siebentägige Pillenpause ein.

Wenn eine Pille zu spät eingenommen oder komplett vergessen wurde, ist der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft im aktuellen Zyklus nicht mehr gewährleistet. Dies ist bei Kombinationspillen ab einer Abweichung von 12 Stunden und bei Minipillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel bereits ab drei Stunden der Fall. Abhängig vom Präparat können auch andere Zeiträume vorliegen. Genaue Informationen finden Sie in der jeweiligen Packungsbeilage.

Wenn eine Pille zu früh eingenommen wurde oder mehrere Pillen gleichzeitig, kann dies zu körperlichen Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen führen. Die empfängnisverhütende Wirkung bleibt in der Regel aber bestehen, sollten Sie sich nicht innerhalb der ersten vier Stunden nach Einnahme übergeben haben.

Wenn Sie die Pille wechseln möchten, richtet sich der Zeitpunkt für den Pillenwechsel nach der Art der neuen und alten Pille. Die allgemeinen Regeln zur korrekten Pilleneinnahme bleiben aber bestehen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Antibabypille auftreten?

Typische Nebenwirkungen der Antibabypille sind Stimmungsschwankungen, Spannungsgefühle und Schmerzen im Brustbereich sowie Übelkeit, Kopfschmerzen und unregelmäßige Blutungen. Wenn derartige Nebenwirkungen länger als drei Monate andauern, kann ein Wechsel zu einer anderen Pille helfen. Gerade wenn man die Pille zum ersten Mal nimmt oder die Pille gewechselt hat, kommt es verhäuft zu Nebenwirkungen. In den meisten Fällen lassen diese aber auch wieder nach.

Es gibt allerdings auch Gegenanzeigen, bei deren Vorliegen vor allem Kombinationspräparate nicht angewendet werden sollten. Dazu gehören zum Beispiel Thrombosen oder ein erhöhtes Risiko für diese, Übergewicht sowie Diabetes mellitus mit Gefäßschäden.

Bei welchen Nebenwirkungen muss ich einen Arzt zurate ziehen?

Bei bestimmten Nebenwirkungen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dies ist bei Wahrnehmungsstörungen, Bewegungsstörungen, schweren Depressionen, Taubheitsgefühlen und plötzlichen starken Schmerzen in der Brust oder den Gliedmaßen der Fall.

Welche Wechselwirkungen der Pille sind bekannt?

Wenn die Pille in Kombination mit anderen Medikamenten eingenommen wird, können Wechselwirkungen auftreten. Es ist deshalb wichtig, dass Sie vor Erstverschreibung und bei einem Wechsel der Pille Ihren Arzt über jegliche Medikamente informieren, die Sie regelmäßig einnehmen. Bekannt ist, dass Johanniskraut, Medikamente zur Behandlung von HIV, Aktivkohle, manche Antibiotika, Tuberkulosemedikamente, Medikamente der Epilepsietherapie sowie Diazepam, Ciclosporin, Theophyllin und Prednisolon zu Wechselwirkungen führen. Lesen Sie bitte vor der Einnahme immer die Packungsbeilage Ihrer jeweiligen Pille und jedes anderen Medikamentes. Klären Sie jegliche Fragen mit einem Arzt, um ungewollte Wechselwirkungen zu vermeiden.

Steigt das Thromboserisiko durch die Einnahme der Pille?

Kombinationspillen können das Thromboserisiko je nach enthaltenem Gestagen unterschiedlich stark erhöhen. Vor allem Drospirenon erhöht das Thromboserisiko deutlich im Vergleich zu anderen Gestagenen. Drospirenon ist in Antibabypillen wie Aida, Petibelle, Yasmin, Yasminelle und YAZ enthalten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

In jedem Fall ist es wichtig, das persönliche Risiko vor Einnahme der Pille mit einem Arzt zu besprechen. Wenn eine oder mehrere der folgenden Risikofaktoren auf Sie zutreffen, sollten Sie keine Kombinationspille einnehmen oder die Einnahme genau mit einem Arzt besprechen:

  • 35 Jahre oder älter
  • Raucherin oder im letzten Jahr erst aufgehört
  • Starkes Übergewicht
  • Migräne
  • Bluthochdruck
  • Blutgerinnsel oder Schlaganfall in der Vergangenheit
  • Enger Verwandter litt vor seinem 45. Geburtstag an einem Blutgerinnsel
  • Bewegung wird längere Zeit stark eingeschränkt sein (beispielsweise weil Sie bettlägerig sind oder einen Rollstuhl benötigen)
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Dr. Friederike Ebigbo ist Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Derzeit arbeitet sie an einer Frauenklinik in der Schweiz. Sie schloss 2011 das Medizinstudium an der Technischen Universität München ab.

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Artikel erschienen: 08 Apr 2019

Letzte Aktualisierung: 08 Apr 2019

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